27.01.2026

NABU Thüringen kritisiert geplantes Infrastruktur-Zukunftsgesetz: Sorge um Umweltschutzstandards auch für Eisenach und den Wartburgkreis

Der Naturschutzbund (NABU) Thüringen warnt vor weitreichenden Folgen des geplanten Infrastruktur-Zukunftsgesetzes für Umwelt- und Naturschutz. Am 30. Januar 2026 soll der Bundesrat über den Gesetzentwurf der Bundesregierung beraten. Der NABU sieht in dem Entwurf einen Eingriff in etablierte Umweltschutzstandards und fordert die Thüringer Landesregierung auf, das Gesetz in seiner jetzigen Form abzulehnen.

Nach Ansicht des NABU Thüringen könnten durch das Gesetz Infrastrukturprojekte künftig schneller umgesetzt werden, allerdings auf Kosten von Natur- und Umweltschutz. Kritisiert wird insbesondere, dass Beteiligungsrechte von Verbänden und Bürgerinnen und Bürgern eingeschränkt und Ausgleichsmaßnahmen bei Eingriffen in die Natur reduziert werden sollen. Marcus Orlamünder, Naturschutzreferent des NABU Thüringen, betont, dass der Schutz der Umwelt für den Erhalt der Lebensgrundlagen unerlässlich sei und warnt vor einer Beschleunigung von Bauvorhaben ohne ausreichende Abwägung der Folgen.

Der Verband schlägt stattdessen vor, Planungs- und Genehmigungsverfahren durch mehr qualifiziertes Personal, digitale Unterlagen und eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit mit fairen Fristen zu beschleunigen. Als Beispiel für die Risiken nennt der NABU Bebauungen in Flussauen, die bei Hochwasser besonders gefährdet sind. Auch in Eisenach und dem Wartburgkreis spielt der Hochwasserschutz eine Rolle, wie aktuelle Sanierungsprojekte an örtlichen Gewässern zeigen. Die Stadt Eisenach setzt zudem auf langfristige Konzepte wie den Masterplan Grün, um Naturflächen zu erhalten und die Widerstandsfähigkeit gegen Extremwetter zu stärken.

Ob und wie das Infrastruktur-Zukunftsgesetz die Planung und Umsetzung von Bauprojekten in der Region beeinflussen wird, bleibt abzuwarten. Die Debatte zeigt jedoch, dass der Ausgleich zwischen beschleunigtem Ausbau und nachhaltigem Umweltschutz auch auf lokaler Ebene an Bedeutung gewinnt.

Quelle: Pressemitteilung vom 27.01.2026
Foto: NABU
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