06.08.2025

Naturschutz unter Druck: Thüringer Umweltverbände warnen vor Folgen massiver Kürzungen

In Thüringen stoßen die Kürzungen im Programm zur Natur- und Landschaftspflege (NALAP) auf scharfe Kritik von Umweltverbänden und der Landwirtschaft. Sie befürchten tiefgreifende Auswirkungen für den Artenschutz und die Pflege ökologisch wertvoller Flächen.

Laut einer gemeinsamen Stellungnahme fordern NABU Thüringen, BUND Thüringen, die GRÜNE LIGA Thüringen sowie die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) vom Thüringer Umweltministerium, die geplanten Kürzungen beim NALAP-Programm zurückzunehmen. Durch die Maßnahmen des Landeshaushalts 2025 seien zahlreiche naturschutzrelevante Flächen in ihrer Pflege und damit dem Erhalt ihrer Artenvielfalt massiv gefährdet.

Nach Angaben der Verbände konnten mit Hilfe von NALAP in den vergangenen Jahrzehnten besonders gefährdete Lebensräume erhalten werden, für die Thüringen überregional bekannt sei. Aufgrund der eingetretenen Einsparungen müssten jedoch viele Flächen nun aufgegeben werden. Insbesondere die unteren Naturschutzbehörden hätten bereits informiert, dass neue Pflegeverträge nicht mehr bewilligt werden könnten, da die erforderlichen Mittel fehlten.

Betroffen seien unter anderem das Dreba Plothener Teichgebiet sowie über 45 Hektar Bergwiesen in den Landkreisen Gotha und Ilm-Kreis. Die Umweltverbände verdeutlichten, dass dies exemplarisch nur zwei von vielen Fällen seien, in denen langjährig gepflegte Flächen und deren Artenvielfalt künftig vernachlässigt würden. Zudem werde darauf hingewiesen, dass auch die Landwirtschaft auf eine intakte Natur als Produktionsgrundlage angewiesen sei.

Die geförderten NALAP-Flächen seien in der Regel klein, schwer zugänglich, hätten jedoch einen hohen ökologischen Stellenwert. Für die konventionelle landwirtschaftliche Nutzung seien sie wenig attraktiv, für den Arten- und Biotopschutz allerdings bedeutend. Laut NABU und Partnern sei das Förderprogramm seit Jahren stark nachgefragt.

Die jetzt erfolgenden Kürzungen reihten sich in eine Serie von Einsparungen bei Naturschutzmaßnahmen in Thüringen ein, wie zuvor schon bei der sogenannten ENL-Förderung. Bereits im Vorfeld hatten Naturschützer und Landwirte gemeinsam vor dem Umweltministerium gegen die geplanten Kürzungen protestiert. Die massiven Einschränkungen bei einem der wichtigsten Naturschutzförderprogramme zeigten nach Ansicht der Verbände, dass der Naturschutz im Ministerium nicht die nötige Priorität besitze.

Die Umweltverbände appellieren nachdrücklich an das Umweltministerium, die Kürzungen unverzüglich zurückzunehmen. Für den Erhalt der Biodiversität und der ökologischen Lebensgrundlagen sei eine ausreichende Finanzierung unverzichtbar. Nach Einschätzung der Initiatoren gefährdet der Sparkurs nicht nur die Naturausstattung des Freistaats, sondern untergräbt auch die Zukunftsperspektiven des Landes.

Quelle: Pressemitteilung vom 4.8.2025 über thueringen.nabu.de/news/2025/36461.html
Foto: NABU Thüringen
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