05.05.2026

Neues Feuerwehrhaus und bessere Löschwasserversorgung für Gerstunger Ortsteile

Die Gemeinde Gerstungen hat gleich zwei wichtige Projekte für den Brandschutz abgeschlossen: In Wolfsburg-Unkeroda wurde am 30. April das neue Multifunktionsgebäude mit Standortfeuerwehr offiziell eingeweiht. Parallel dazu ist im Ortsteil Burkhardtroda ein zusätzlicher Unterflurhydrant an einem alten Hochbehälter in Betrieb gegangen, um die Löschwasserversorgung nach einem großen Feldbrand im vergangenen Jahr zu verbessern.

Zur Einweihung in Wolfsburg-Unkeroda kamen Landrat Dr. Michael Brodführer, die Landtagsabgeordnete Ulrike Jary, Bürgermeisterin a. D. Sylvia Hartung, Ortsteilbürgermeister Holger Fuß sowie weitere Vertreter aus Feuerwehr, Verwaltung, Behörden und den beteiligten Baufirmen. Bürgermeister Daniel Steffan übergab den Neubau feierlich an die Ortswehr. Das Gebäude ist Teil einer rund zehnjährigen Dorfentwicklungsplanung und basiert auf einer Risikoanalyse sowie dem Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde.

Mit dem neuen Feuerwehrhaus am aktuellen Standort gelten insbesondere Eckardtshausen, Wilhelmsthal und angrenzende Waldgebiete als abgesichert. Die Kameradinnen und Kameraden verfügen nun über moderne Räumlichkeiten und deutlich verbesserte Einsatzbedingungen. In rund drei Jahren Bauzeit wurden 20 Baulose sowie acht Planungs- und Architekturleistungen umgesetzt. Insgesamt flossen etwa 2,9 Millionen Euro in das Projekt, davon rund 1,6 Millionen Euro aus Fördermitteln.

Der multifunktionale Teil des Gebäudes ist nicht nur für die Feuerwehr gedacht: Er soll künftig als barrierefreie Veranstaltungs- und Begegnungsstätte von Bürgerinnen, Bürgern und Vereinen genutzt werden. Landrat Brodführer hob bei der Einweihung die Bedeutung des Standortes auch mit Blick auf die Erreichbarkeit der historischen Schlossanlagen in Eckardtshausen und Wilhelmsthal hervor.

Landtagsabgeordnete Ulrike Jary betonte in ihrem Grußwort die Rolle des Hauses als Treffpunkt für alle Generationen und wünschte sich, dass dort von der Jugendfeuerwehr bis zu erfahrenen Einsatzkräften „immer Leben im Haus“ ist. Bürgermeisterin a. D. Sylvia Hartung, die das Projekt mit angestoßen hatte, sprach von einem gelungenen Feuerwehrhaus und verwies darauf, dass damit auch die Gemeindeneugliederung für Wolfsburg-Unkeroda sichtbar Früchte trage. Bürgermeister Daniel Steffan dankte allen Beteiligten und lud gemeinsam mit der Ortswehr für den Maifeiertag zu einem „Tag der offenen Tür“ am neuen Gebäude ein.

Auch im Ortsteil Burkhardtroda stand der Brandschutz zuletzt im Fokus. Im Juli 2025 hatte ein großer Feldbrand in unmittelbarer Nähe des Ortes gezeigt, dass nicht alle vorhandenen Unterflurhydranten für den Ernstfall geeignet sind. Bei den Löscharbeiten nutzten die Feuerwehren auch Hydranten, die über ein vorgeschaltetes Leitungsnetz versorgt werden und damit den Anforderungen an den Brandschutz nicht genügten.

Die Gemeindewerke Gerstungen kennzeichneten daraufhin die nicht leistungsfähigen Hydranten als Spülhydranten mit blauen Schildern und suchten nach Möglichkeiten, die Löschwasserversorgung bis zur Erneuerung der relevanten Leitungen punktuell zu verbessern. Eine Option war der alte Hochbehälter Burkhardtroda. Nachdem der Zugang freigeschnitten war, prüften die Gemeindewerke die alte Zuleitung und den Behälter auf Dichtheit. Trotz einer kleineren Undichtigkeit erwies sich das System aus Hochbehälter und Leitung als geeignet für die Bereitstellung von Löschwasser.

Anfang April 2026 wurden die Arbeiten für den Einbau eines neuen Unterflurhydranten am Hochbehälter abgeschlossen. Am 22. April 2026 testeten Wassermeister Max Golle und die Freiwillige Feuerwehr Marksuhl, die im Ernstfall zuerst in Burkhardtroda eintreffen würde, die Anlage. Am Hydranten liegt ein Druck von 2,6 bar an, der Mindestdruck für den Feuerwehreinsatz liegt bei 1,5 bar. Als Löschwassermenge steht das Volumen des Hochbehälters von 60 Kubikmetern zur Verfügung.

Der Hochbehälter wird von den Gemeindewerken regelmäßig auf seinen Füllstand kontrolliert und bei Bedarf aus dem Trinkwassernetz nachgefüllt. Nach Einschätzung der Gemeinde konnte durch diese vergleichsweise kostengünstige Maßnahme die Löschwasserversorgung für Burkhardtroda deutlich verbessert werden – ein wichtiger Baustein, bis im Zuge der Neuverlegung von Schmutz- und Regenwasserkanälen auch die Wasserversorgungsleitungen erneuert sind.

Mit dem neuen Feuerwehrstandort in Wolfsburg-Unkeroda und der zusätzlichen Löschwasserreserve in Burkhardtroda stärkt Gerstungen den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz in mehreren Ortsteilen gleichzeitig – und schafft damit bessere Voraussetzungen für Einsätze auf Feldern, in den Ortslagen und in den umliegenden Waldgebieten.

Quelle: Pressemitteilung vom 05.05.2026
Foto: Gemeindeverwaltung Gerstungen
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