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Neues Gesicht für historischen Denkmalplatz: Umgestaltung an der Gedenkstätte „Goldener Löwe“ beginnt

In Eisenach wird der Platz an der Gedenkstätte „Goldener Löwe“ umfassend neugestaltet. Ziel ist es, den geschichtsträchtigen Ort an moderne klimatische Anforderungen anzupassen und dessen Aufenthaltsqualität deutlich zu erhöhen, ohne das historische Erscheinungsbild maßgeblich zu verändern.

Laut Angaben der Stadtverwaltung Eisenach orientiert sich die Maßnahme am Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Neben der Platzumgestaltung soll auch die parallel laufende Sanierung des „Goldenen Löwen“ mit diesen Mitteln finanziert werden. Im April 2025 sei ein öffentliches gutachterliches Verfahren eingeleitet worden, das eine denkmalgerechte Neugestaltung mit verbesserter Beschattung und Verweilmöglichkeiten zum Ziel gehabt habe.

Dem Verfahren hätten sich drei Planungsbüros angeschlossen, von denen zwei fristgerecht Entwürfe einreichten. Nach Bewertung durch eine siebenköpfige Fachjury wurde dem Büro PSL Landschaftsarchitekten Ziegenrücker. Dorlas. PartGmbB aus Erfurt der Planungsauftrag zugesprochen. Deren Entwurf wurde am 30. Juli von Diplom-Ingenieurin Andrea Ziegenrücker und Oberbürgermeister Christoph Ihling im Ratssaal einzeln vorgestellt.

Der Siegerentwurf sieht vor, die großzügige Treppenanlage zur Wartburgallee zu erhalten und die Anbindung in Richtung Marienstraße um einen geplanten Parkplatz mit rund 20 Stellplätzen zu erweitern. Der Parkplatz selbst ist Teil eines separaten Bauabschnitts, zählt jedoch zur Gesamtentwicklung des Areals. Fußwege sollen den Zugang zum Platz zusätzlich erleichtern.

Die bestehende halbrunde Mauer mit einem Zitat von Bertolt Brecht bleibt erhalten. Geplant ist, sie zur Marienstraße hin mit Sträuchern zu bepflanzen. Zum angrenzenden Apartmenthaus auf der Nordseite des Platzes soll die historische Mauer baulich ergänzt und davor eine lange, bis zu 20 Personen fassende Bank platziert werden.

Weitere Elemente wie Sitzgelegenheiten, Abfallbehälter und Informationstafeln sollen aus robusten, nachhaltigen Materialien gefertigt werden. Ein vorhandener Baum bleibt bestehen, zwei neue Bäume werden ergänzend gepflanzt. Alle Bäume erhalten spezielle Baumgruben zur Wasserspeicherung. Noch gut erhaltene Natursteinplatten werden um das quadratische Monument herum neu verlegt, zusätzlich soll eine belagsöffene Oberfläche dafür sorgen, dass Regenwasser direkt versickern kann und sich der Platz im Sommer weniger stark aufheizt.

Das im Volksmund „Fleischklopfer“ genannte Denkmal, ein kubisches Kunstwerk aus dem Jahr 1983, bleibt erhalten und wird restauriert. Es handelt sich um ein Werk von Anke und Siegfried Besser im Stil des sozialistischen Realismus, das an allen Seiten Reliefs zur Geschichte der Arbeiterbewegung trägt. Ein Restaurator hat laut Stadtverwaltung bereits eine Zustandsanalyse erstellt und soll in Kürze ein Konzept zur Schadensbehebung vorlegen.

Die Realisierung der Umgestaltung ist für Mitte 2026 vorgesehen. Dieses städtebauliche Projekt steht laut Oberbürgermeister Christoph Ihling im engen Zusammenhang mit dem weiteren Ausbau der Marienstraße und der Sanierung der Gedenkstätte. Er erklärte, das Vorhaben solle die Attraktivität des Stadtviertels steigern und würdigte die Bedeutung Eisenachs als Gründungsort der Sozialdemokratie und als Schauplatz des Wartburgfestes von 1817.

Interessierte Besucher können sich bis zum 31. August 2025 im „Goldenen Löwen“, Marienstraße 57, die Entwürfe beider Planungsbüros während der regulären Öffnungszeiten ansehen. Ergänzende Informationen stehen online auf der Webseite der Stadt zur Verfügung.

Quelle: Pressemitteilung vom 30.07.2025
Fotos: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am von , Redakteur

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