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Nilgänse am Prinzenteich: Stadt erinnert an Fütterungsverbot

Mit den ersten warmen Tagen zieht es viele Menschen wieder an den Prinzenteich und andere Gewässer im Stadtgebiet. Dort wird jedoch weiterhin gegen das geltende Fütterungsverbot verstoßen. Die Stadtverwaltung weist deshalb erneut darauf hin, dass das Füttern von Wasservögeln an Eisenachs Teichen und Gewässern zu unterlassen ist. Hintergrund sind vor allem die Folgen der sich ausbreitenden Nilgans-Population für heimische Arten und die Gewässerökologie.

Die Nilgans gilt als invasive Art, die sich außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets angesiedelt hat und sich hier erfolgreich vermehrt. Am Prinzenteich wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Nilgänse beobachtet, die Gelege von Stockenten zerstören und Jungtiere angreifen. Nach Angaben der Stadtverwaltung kam es dabei zu teils drastischen Szenen, bei denen Entenküken von Nilgänsen attackiert wurden. Die Folge ist ein Rückgang einheimischer Wasservögel, der das ökologische Gleichgewicht der Teiche ins Wanken bringen kann.

Fehlen Arten, die im flachen Wasser am Grund nach Nahrung suchen, können Wasserpflanzen stark zunehmen. Ein technisches Abmähen schwimmender Pflanzen wie Laichkraut wäre nach Einschätzung der Stadt ein massiver Eingriff in das Gewässer und daher keine sinnvolle Lösung. Stattdessen setzt die Verwaltung darauf, die Lebensbedingungen für Nilgänse unattraktiv zu machen und so ihre Ausbreitung zu bremsen.

Nilgänse stellen nicht nur ein Problem für andere Wasservögel dar, sondern auch für Parks, Teiche und Freibäder. Vor allem in der Brutzeit können die Tiere sehr aggressiv reagieren. Hinzu kommt eine erhebliche Verschmutzung: Nilgänse nehmen täglich rund ein Drittel ihres Körpergewichts an Nahrung auf und setzen laut Stadtverwaltung alle drei bis vier Minuten Kot ab – im Schnitt etwa 170-mal am Tag. Dieser landet überwiegend auf Wegen und Rasenflächen, nicht im Wasser.

Bei Regen werden die Ausscheidungen teilweise in die Gewässer gespült. Die zusätzliche Nährstofffracht kann insbesondere in den Sommermonaten zu einer Überdüngung der Teiche führen. Sichtbares Zeichen ist ein verstärktes Algenwachstum, das die Wasserqualität und den Lebensraum für Fische und andere Wasserorganismen beeinträchtigt.

In den vergangenen Jahren ist es dem Team Grünflächen der Stadtverwaltung bereits gelungen, den Nilgänsen den Aufenthalt am Prinzenteich so unattraktiv zu machen, dass sie sich andere Standorte suchten. Fachlich wird dieses Vorgehen als Vergrämung bezeichnet. Solche Maßnahmen haben jedoch nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn die Tiere nicht gleichzeitig durch Fütterung angelockt und mit zusätzlichem Futter versorgt werden.

Die Stadt macht deshalb deutlich: Wer an Prinzenteich und anderen Gewässern füttert, trägt dazu bei, dass sich Nilgänse weiter vermehren und heimische Arten verdrängen. Das Fütterungsverbot dient dem Schutz der Stockenten und anderer Wasservögel ebenso wie der Stabilität der Gewässerökosysteme. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, auf das Füttern vollständig zu verzichten – auch wenn es gut gemeint ist oder Kinder die Tiere aus nächster Nähe erleben möchten.

Wer sich in den kommenden Wochen in den Grünanlagen rund um den Prinzenteich aufhält, kann dazu beitragen, dass sich die Situation für heimische Wasservögel nicht weiter verschärft: Abstand zu Nestern und Jungtieren halten, keine Futterreste ins Wasser oder ans Ufer werfen und andere Besucher freundlich auf das Verbot hinweisen. So bleiben Wege und Wiesen sauberer, und die Chancen steigen, dass sich Stockenten und andere einheimische Arten am Prinzenteich langfristig halten können.

Quelle: Pressemitteilung vom 15.04.2026
Foto: Udo Schröter, CC BY-SA 2.0
Veröffentlicht am von , Redakteur

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