Onlinehändler LEKKABOX: Eisenacher Lunchbox-Marke wächst europaweit
Ein Onlinehändler aus der Eisenacher Rennbahn schickt seine Produkte inzwischen in zahlreiche europäische Länder: Das Unternehmen divata betreibt den bentoshop und vertreibt unter der Eigenmarke LEKKABOX® Lunchboxen, Trinkflaschen und Zubehör für Essen und Trinken unterwegs. Oberbürgermeister Christoph Ihling hat den Betrieb im Rahmen seiner Sommertour besucht und sich ein Bild von Logistik, Sortiment und Wachstumsplänen gemacht.
Gegründet wurde das Unternehmen von Nadine Raßbach und Indra Trefzer. Die Geschäftsidee nahm ihren Anfang in Berlin, wo beide zeitgleich Mütter wurden und zunächst selbst eingefärbte Mulltücher verkauften. Mit dem Kauf der Domain bentoshop.de verlagerte sich der Schwerpunkt auf Produkte rund um Mahlzeiten für unterwegs. Heute sitzt der operative Kern des Unternehmens in Eisenach, in Räumen der früheren Firma Mitec an der Rennbahn, während Mitgründerin Indra Trefzer weiterhin in Berlin lebt.
Das Sortiment richtet sich vor allem an Familien mit Kindern in Kita und Schule sowie an Berufstätige. Kernprodukte sind Lunchboxen mit mehreren Fächern, in denen unterschiedliche Lebensmittel getrennt transportiert werden können. Ergänzend bietet divata Trinkflaschen und Zubehör an. Ziel ist es, abwechslungsreiche Mahlzeiten für Kindergarten, Schule oder Büro vorzubereiten und gleichzeitig Einwegverpackungen zu vermeiden.
Vorbild für das Konzept ist die japanische Bento-Tradition, bei der verschiedene Bestandteile einer Mahlzeit in einer unterteilten Box angerichtet werden. Aus Japan stammen auch sogenannte Food-Picks, kleine Spießchen mit saisonalen oder verspielten Motiven, die im bentoshop stark nachgefragt werden. Zu Beginn importierte divata vor allem Waren aus Japan, später kamen Lieferanten aus den USA, Australien, Schweden und Frankreich hinzu.
Inzwischen gewinnt die Eigenmarke LEKKABOX® an Bedeutung. Unter diesem Namen entwickelt divata eigene Lunchboxen, Trinkflaschen und passendes Zubehör. Die Ideen und Produktkonzepte entstehen in Eisenach und werden anschließend mit Produktionspartnern umgesetzt. Produziert wird derzeit überwiegend in China. Die Gründerinnen können sich jedoch vorstellen, künftig auch mit Herstellern in Europa, Deutschland oder Thüringen zusammenzuarbeiten. Bisher seien entsprechende Ansätze vor allem an Stückzahlen, Kosten und mangelnder Flexibilität gescheitert, erläutert Jan Raßbach, der mittlerweile ebenfalls im Unternehmen tätig ist.
Oberbürgermeister Ihling verweist im Gespräch darauf, dass die städtische Wirtschaftsförderung bei der Suche nach geeigneten Partnern unterstützen könne. In Eisenach und der Region gibt es zahlreiche Metallbau- und Kunststoffbetriebe, die nach neuen Produkten suchen, um sich breiter aufzustellen und ihre Abhängigkeit von der Automobilindustrie zu verringern. Ihling sieht hier mögliche Anknüpfungspunkte für Kooperationen.
Wirtschaftsförderer Michael Frisch kündigt zudem ein Netzwerktreffen im Oktober im Gründer- und Innovationszentrum Stedtfeld an und lädt Nadine und Jan Raßbach ein, sich dort mit anderen Unternehmerinnen und Unternehmern auszutauschen. Ziel ist es, Kontakte zu potenziellen Partnerbetrieben in der Region zu vertiefen.
Auch im stationären Handel vor Ort sind Produkte von divata zu finden. In Eisenach werden LEKKABOX®-Artikel unter anderem im Geschäft „Die Murmel“ am Johannesplatz sowie im Laden „Zucker und Zimt“ am Markt angeboten. Dort kommt der LEKKABOX® Mini-Joghurt-Löffel derzeit als Löffel für Eis zum Einsatz.
Neue Produktideen entstehen direkt in Eisenach. Mit Unterstützung einer 3D-Grafikerin werden Entwürfe entwickelt und anschließend per 3D-Druck als Prototypen gefertigt. Neben dem eigenen Onlineshop nutzt divata verschiedene Online-Marktplätze. Parallel wächst das Geschäft mit Wiederverkäufern: Mittlerweile beliefert das Unternehmen Händlerinnen und Händler in zahlreichen europäischen Ländern mit LEKKABOX®-Produkten, zuletzt kam eine Geschäftskundin in Island hinzu.
Die gesamte Logistik – von der Anlieferung über die Lagerung bis zum Versand – ist am Standort Eisenach gebündelt. Dort beschäftigt divata derzeit zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Hochsaison liegt in den Monaten Juli, August und September, wenn in vielen Bundesländern das neue Schuljahr beginnt. In dieser Zeit werden zusätzlich Aushilfen eingestellt, um das erhöhte Bestellaufkommen zu bewältigen.
Oberbürgermeister Ihling hebt beim Besuch hervor, dass ein spezialisierter Onlinehändler mit kompletter Logistik am Standort Eisenach die lokale Wirtschaft stärkt und ein Beispiel für neue Geschäftsmodelle jenseits der klassischen Industrie ist. Für die weitere Entwicklung des Unternehmens stellt die Stadt Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung in Aussicht.
Informationen zur städtischen Wirtschaftsförderung sind auf den Internetseiten der Stadtverwaltung abrufbar.
Quelle: Pressemitteilung vom 04.09.2026
Foto: Stadtverwaltung
Veröffentlicht am 04.09.2026 14:15 von Christian Wolf, Redakteur
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