27.04.2026

Petition gegen Schließung der Kita „Kindertraum“: Eltern formieren Widerstand

Gegen die geplante Schließung des städtischen Kindergartens „Kindertraum“ in der Schützenstraße in Eisenach regt sich Widerstand: Auf der Plattform Change.org läuft seit dem 21. April 2026 eine Petition mit dem Titel „Stoppt die Schließung des Kindergartens 'Kindertraum'“ mit aktuell über 1000 Unterschriften. Eltern und Unterstützende kritisieren, dass mit der Aufgabe der kleinen Einrichtung ein wichtiger Betreuungsort im Wohngebiet wegfallen würde – aus ihrer Sicht trotz steigenden Bedarfs durch neue Wohnbebauung.

Auslöser der Petition ist die Entscheidung der Stadt, die beiden städtischen Kitas „Kindertraum“ in der Schützenstraße und „Spatzennetz“ in der Schlachthofstraße zusammenzulegen. Hintergrund sind deutlich sinkende Kinderzahlen: Für das Kindergartenjahr 2019/2020 wurden in Eisenach noch 2268 Kinder im Alter von einem Jahr bis zur Einschulung gezählt, für 2026/2027 rechnet die Stadt nur noch mit 1815 Kindern, für 2029 mit rund 1514. Derzeit stehen 2067 Plätze in städtischen Einrichtungen zur Verfügung, die Auslastung liegt bei etwa 84 Prozent.

Die Petition widerspricht der Einschätzung, es gebe keine Alternative zur Schließung des Standorts Schützenstraße. In der Begründung heißt es, der Kindergarten sei „ein essenzieller Bestandteil“ der Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur im Quartier. Die Initiatoren warnen, dass Eltern nach einer Schließung keine adäquate wohnortnahe Betreuung mehr finden könnten und pädagogische Fachkräfte ihre Arbeitsplätze verlieren würden. Gefordert wird, die Entscheidung zu überdenken und gemeinsam mit Eltern und Gemeinde nach Lösungen zu suchen, um die Einrichtung zu erhalten.

Mehrere Unterstützende schildern in Kommentaren ihre persönliche Bindung an die Kita. Eine Mutter schreibt, sie habe die Einrichtung selbst als Kind besucht und sich bewusst auch für ihre eigenen Kinder wieder für den „Kindertraum“ entschieden, weil die kleine, familiäre Struktur aus ihrer Sicht bessere pädagogische Arbeit ermögliche als große Gruppen. Sie befürchtet, dass ihre Kinder nach einer Schließung „keine Möglichkeit mehr in dieser Qualität zu wachsen“ hätten und kritisiert den Verlust vertrauter Bezugspersonen und Freundschaften.

Ein anderer Unterstützer verweist darauf, dass die Stadt „erst kürzlich eine angrenzende Fläche als neues Wohnbaugebiet ausgewiesen“ habe. Für künftige Familien sei damit zwar zusätzlicher Wohnraum geschaffen worden, eine gleichzeitige Verbesserung der frühkindlichen Bildungsangebote vor Ort sehe er aber nicht. Weitere Kommentare sprechen von einem „super Kindergarten in toller Lage“ und stellen die Frage, warum eine Einrichtung geschlossen werden solle, „die den Kindern sehr viel Geborgenheit und eine super Betreuung gibt“.

Die Stadt verweist in ihrer Begründung für die Zusammenlegung darauf, dass die Anpassung der Kita-Landschaft seit 2025 in einer gemeinsamen Strategie mit freien Trägern und dem Stadtelternrat vorbereitet werde. Ziel sei es, Überkapazitäten abzubauen und dennoch eine verlässliche, qualitativ hochwertige und wohnortnahe Betreuung sicherzustellen. Für alle bisher betreuten Kinder der betroffenen Einrichtungen soll es demnach auch künftig einen Platz geben; wie genau Gruppen, Standorte und Übergangsregelungen gestaltet werden, ist öffentlich noch nicht im Detail beschrieben.

Für Familien, deren Kinder derzeit den „Kindertraum“ besuchen oder für die kommenden Jahre dort angemeldet sind, bleibt damit vorerst Unsicherheit. Klar ist, dass sich Strukturen und Wege verändern dürften, wenn der Standort aufgegeben und die Kinder im „Spatzennetz“ oder anderen Einrichtungen untergebracht werden. Die Petition macht deutlich, dass ein Teil der Elternschaft nicht nur organisatorische Fragen sieht, sondern auch einen Verlust an Vertrautheit, sozialem Umfeld und pädagogischem Profil befürchtet.

Parallel zur Petition zur Kita „Kindertraum“ laufen in Eisenach weitere Bürgerinitiativen rund um Bildungsstandorte, etwa zur geplanten Fusion der beiden staatlichen Gymnasien. Auch dort fordern Eltern mehr Zeit, Transparenz und Beteiligung bei Strukturentscheidungen. Die Debatte um die Zukunft der Kita-Landschaft dürfte die Stadtpolitik in den kommenden Monaten weiter beschäftigen – mit der Frage, wie sich der demografische Rückgang mit den Erwartungen von Familien an Nähe, Qualität und Verlässlichkeit der Betreuung in Einklang bringen lässt.

Quelle: Change.org vom 24.04.2026
Veröffentlicht am von , Redakteur

Kommentare