Projekt „Traumland“ startet: Jugendliche und Zeitzeuginnen erforschen Geschichte und Gegenwart von Arbeitsmigration
Am 14. Januar 2026 fällt in Eisenach der Startschuss für das Projekt „Traumland“, das Jugendliche und junge Erwachsene dazu einlädt, die Lebenswege von ehemaligen Vertragsarbeiterinnen des Automobilwerks Eisenach (AWE) und heutige Migrationserfahrungen zu erforschen. Das Vorhaben startet um 16 Uhr mit einer Informationsveranstaltung im Kunstpavillon Eisenach, Wartburgallee 47.
Das Projekt greift die Geschichte des Automobilwerks Eisenach auf, in dem bis 1989 rund 10.000 Beschäftigte, darunter regelmäßig 400 bis 600 aus dem Ausland angeworbene Vertragsarbeiterinnen, den „Wartburg“ produzierten. Viele dieser Frauen kamen aus sozialistischen Partnerländern in die DDR, meist mit dem Ziel, eine Ausbildung zu absolvieren und ihren Familien im Herkunftsland zu helfen. Das Automobilwerk Eisenach prägte jahrzehntelang die Stadt und ist bis heute ein wichtiger Bezugspunkt für die lokale Identität. Im Museum automobile welt eisenach wird die Geschichte des Werks und seiner Beschäftigten lebendig gehalten. Das Projekt „Traumland“ knüpft an diese Tradition an und bietet Jugendlichen die Chance, sich aktiv mit der Vergangenheit und Gegenwart von Migration und Arbeit in Eisenach auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach den Erwartungen und Erfahrungen von jungen Menschen, die einst in die DDR kamen, und nach den Perspektiven heutiger Zugewanderter in Deutschland.
Dabei werden Themen wie Berufswünsche, Integration, Ausgrenzung und kulturelle Unterschiede beleuchtet. Die Ergebnisse fließen in Podcasts, ein Hörspiel und eine Wanderausstellung ein, die bis Sommer 2027 entstehen sollen. Die Termine für die Workshops werden individuell nach Verfügbarkeit und Interessen der Teilnehmenden vereinbart, bieten so zum Beispiel die Möglichkeit, im Archiv des Automobilmuseums Eisenach zu recherchieren, Interviews zu führen, Podcasts zu gestalten, Skulpturen aus alten Autoteilen zu schweißen und gemeinsam eine Ausstellung zu entwickeln – unterstützt von Medienprofis und Künstlerinnen.
Die Teilnahme am Projekt ist kostenlos. Interessierte können sich beim ersten Treffen am 14. Januar 2026 informieren und direkt ihre Wünsche für die weiteren Termine einbringen. Teilnehmen können junge Menschen mit und ohne Behinderungen, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen, sich in Ausbildung oder Studium befinden, ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren oder gerade ins Berufsleben starten – unabhängig von Herkunft oder Nationalität. Auch ehemalige Vertragsarbeiterinnen aus dem AWE sowie deren Kolleginnen aus der Region werden einbezogen.
Weitere Informationen gibt es unter www.traumland.org.
Quelle: Pressemitteilung vom 10.06.2024
Bild: ©Metallumvivum - CC BY-SA 3.0
Veröffentlicht am 14.01.2026 09:25 von Marcus Schütz, Fachredakteur
Kommentare