27.11.2025

Reges Interesse: Steinbach informiert über innovative Wärmeversorgung aus Grubenwasser

Im Ortsteil Steinbach der Stadt Bad Liebenstein stand am 24. November 2025 das Thema nachhaltige Wärmeversorgung im Mittelpunkt. Mehr als 70 Bürgerinnen und Bürger kamen zu einer Informationsveranstaltung im Gasthaus „Grüner Baum“, bei der das Projekt „Energiestollen Steinbach“ vorgestellt wurde. Dabei ging es um die Nutzung des ehemaligen Bergwerks und ein mögliches Nahwärmenetz für das Dorf.

Die Pläne für eine alternative Wärmeversorgung basieren auf einer Machbarkeitsstudie, die die Stadt Bad Liebenstein in Auftrag gegeben hat. Fachleute der EnergieWerkStadt eG präsentierten aktuelle Zwischenergebnisse der Untersuchung. Der stillgelegte Bergwerksstollen bietet laut den Fachleuten ganzjährig konstantes Grubenwasser mit Temperaturen zwischen 8 und 9 Grad Celsius sowie ausreichend große Mengen und eine stabile Wasserqualität – wichtige Voraussetzungen für den effizienten Einsatz eines Wärmetauschers und einer Großwärmepumpe im geplanten Nahwärmenetz. Ergänzend könnten Photovoltaik-Freiflächenanlagen die Stromversorgung der Wärmepumpe sichern und die Wirtschaftlichkeit erhöhen.

Während des Informationsabends erläuterten die Experten, wie die technische Umsetzung nahe dem Stollenausgang („Mundloch“) geplant sei und welche Bauabschnitte für das Wärmenetz vorgesehen wären. Es wurde darauf hingewiesen, dass der wirtschaftliche Betrieb von einer Mindestzahl angeschlossener Haushalte und von Fördermitteln aus Bund und Land abhänge. Ziel des Projekts sei es, langfristig stabile und bezahlbare Wärmepreise anzubieten.

Das Interesse der Teilnehmenden an technischen und praktischen Details war laut Stadtverwaltung groß. Zahlreiche Fragen bezogen sich auf Leitungsverlegung, Hausanschlüsse, den Betrieb der Wärmepumpe sowie auf Kostenschätzungen und Zeitpläne. Viele Bürgerinnen und Bürger signalisierten Bereitschaft, sich in naher oder fernerer Zukunft an ein mögliches Nahwärmenetz anzuschließen.

Das Projekt ist Teil der durch das Gesetz vorgegebenen kommunalen Wärmeplanung, die Bad Liebenstein bis 2028 abschließen muss. Die Machbarkeitsstudie liefert laut Stadtverwaltung wichtige Grundlagen für die Bewertung von Potenzialen und Versorgungsgebieten. Um belastbare Daten für die wirtschaftliche Auslegung zu erhalten, plant die Stadt in den kommenden Wochen eine Befragung aller Haushalte in Steinbach zu tatsächlichem Wärmebedarf und Anschlussinteresse. Die Ergebnisse sollen in die weiteren Planungen einfließen. Bei entsprechender Nachfrage ist eine Antragstellung für zusätzliche Fördermittel und die Einbindung von Investoren vorgesehen.

Quelle: Pressemitteilung vom 26.11.2025
Bilder: ©Stadt Bad Liebenstein
Veröffentlicht am von , Fachredakteur

Kommentare