Regionale Entwicklungsstrategie: Nördlicher Wartburgkreis setzt auf gemeinsame Projekte mit Eisenach
Für den Raum nördlich von Eisenach liegt erstmals eine gemeinsame Entwicklungsstrategie vor. Die Regionale Entwicklungsstrategie (RES) bündelt die Pläne von Wartburgkreis, Eisenach und mehreren Umlandkommunen für die kommenden Jahre. Im Fokus stehen Wirtschaft und Energie, Verkehr und Mobilität sowie Tourismus und Naherholung. Im Mai 2026 wird das Konzept in vier öffentlichen Veranstaltungen – unter anderem im Stadtratssaal in Eisenach – vorgestellt.
Träger der Initiative ist die 2023 gegründete Kommunale Arbeitsgemeinschaft „Entwicklungsnetzwerk Hörselberge–Wartburg–Hainich–Werratal“. Beteiligt sind der Wartburgkreis, die Städte Eisenach, Treffurt und Amt Creuzburg, die Gemeinden Hörselberg-Hainich und Wutha-Farnroda sowie die Verwaltungsgemeinschaft Hainich-Werratal. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ist Sven Kellner, Bürgermeister von Hörselberg-Hainich.
In sechs Workshops haben Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedskommunen, Fachbehörden, Wirtschaft, Tourismus und Umwelt ihre Sichtweisen eingebracht. Auf dieser Basis wurden Herausforderungen gesammelt, Ziele formuliert und konkrete Kooperationsprojekte entwickelt. Die RES soll als gemeinsamer Rahmen dienen, um künftige Förderanträge zu stellen und Vorhaben abgestimmt umzusetzen.
Ein Schwerpunkt der Strategie liegt auf der Flächenentwicklung für Wirtschaft und Energie. Geplant ist eine engere Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Gewerbe- und Industrieflächen sowie beim Ansiedlungsmanagement. Auch die Auswirkungen und Chancen des Autobahnkreuzes A4/A44 sollen gemeinsam betrachtet werden. Ziel ist es, regionale Wertschöpfungsketten zu stärken, die Wirtschaftsstruktur breiter aufzustellen und die Region langfristig als Standort zu sichern. Parallel dazu wollen sich die beteiligten Kommunen stärker mit Wissenstransfer und Kompetenzaufbau im Bereich erneuerbarer Energien befassen.
Im Bereich Verkehr und Mobilität setzt die Strategie vor allem auf den Ausbau des Alltagsradverkehrs und die Abstimmung beim Ausbau von Verkehrswegen in Gewerbe- und Industriegebieten. Gestaltungsspielräume bestehen vor allem dort, wo Städte und Gemeinden selbst Baulastträger sind. Bei übergeordneten Verkehrswegen sieht die Strategie die Rolle der Kommunen vor allem in gemeinsamer Abstimmung, Folgenabschätzung und einer abgestimmten Vertretung regionaler Interessen gegenüber den zuständigen Trägern.
Beim Thema Tourismus und Naherholung soll das Profil der Region im Natur- und Kulturtourismus geschärft werden. Im Mittelpunkt stehen Wander- und Aktivangebote, insbesondere in den Hörselbergen und im Umfeld des Nationalparks Hainich. Für die Orte im Werratal zwischen Wartha-Göringen und Großburschla ist eine qualitative, erlebnisorientierte Aufwertung der Wasserwanderinfrastruktur geplant, die naturschutzfachliche Anforderungen berücksichtigen soll.
Die RES sieht sogenannte Schlüssel- und Starterprojekte vor, die als erste in die Umsetzung gehen und als Basis für Förderanträge dienen. Mit Abschluss der Strategie beginnt nun die Umsetzungsphase: Die jeweils beteiligten Kommunen und Akteure starten mit den vereinbarten Projekten. Wartburgkreis und Partner betonen, dass sie die regionale Entwicklung abgestimmt und nachhaltig voranbringen und die interkommunale Zusammenarbeit weiter vertiefen wollen.
Im Mai 2026 wird die Entwicklungsstrategie in vier öffentlichen Terminen vorgestellt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie regionale Akteure können sich dort informieren und ihre Fragen einbringen:
- 6. Mai: Wutha-Farnroda, Hörselberghalle, 18.30 Uhr
- 11. Mai: Treffurt, Bürgerhaus, 18 Uhr
- 12. Mai: Creuzburg, Klostergarten, 18 Uhr
- 27. Mai: Eisenach, Stadtratssaal, 17.30 Uhr
Erarbeitet wurde die Regionale Entwicklungsstrategie im Auftrag des Wartburgkreises durch die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG Thüringen). Der Bearbeitungszeitraum lag zwischen Dezember 2024 und Januar 2026. Finanziell unterstützt wurde das Vorhaben durch den Freistaat Thüringen im Rahmen der Förderrichtlinie zu Projekten und Maßnahmen der Regionalentwicklung und zur Gestaltung der Folgen des demografischen Wandels.
Quelle: Pressemitteilung vom 06.05.2026
Veröffentlicht am 06.05.2026 13:41 von Christian Wolf, Redakteur
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