Reiche Obsternte in Thüringen: Sorge um Streuobstwiesen trotz großem Zuspruch
Die diesjährige Obsternte in Thüringen fällt laut dem Naturschutzbund (NABU) vielerorts besonders ergiebig aus. Gleichzeitig warnt die Organisation vor Herausforderungen bei der Erhaltung der Streuobstwiesen, die durch gekürzte Fördermittel zusehends unter Druck geraten.
Wie der NABU am 10. September 2025 mitteilte, finden Interessierte auf der Verbandswebseite nun eine aktualisierte Liste mit über 20 Mostereien, in denen private Ernte zu Saft verarbeitet werden kann. Damit soll auch die Bedeutung traditioneller Streuobstwiesen für die Region hervorgehoben werden.
Nach Angaben von Marcel Hoppe, Streuobstexperte beim NABU Thüringen, steige die Beliebtheit an Kursen zur Pflege von Hochstammbäumen und dem Erhalt der Streuobstwiesen, insbesondere bei Familien, Frauen und jüngeren Personen. Dennoch sieht Hoppe die geplanten Kürzungen im staatlichen Natur- und Landschaftspflege-Programm (NALAP) kritisch. Er verweist auf rund 10.000 Hektar Streuobstwiesen im Land, die ohne Förderprogramme schwer zu erhalten seien. Preisgünstige Produkte aus dem Handel erschwerten zudem eine eigenständige Bewirtschaftung und Pflege.
Der NABU Thüringen betont zudem die ökologische Bedeutung der Streuobstwiesen, die zu den gesetzlich geschützten Biotopen zählen und einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten. Hoppe macht darauf aufmerksam, dass Einschränkungen bei der Förderung nicht nur Auswirkungen auf den Naturschutz, sondern auch auf die Lebensqualität der Bevölkerung im ländlichen Raum hätten.
Quelle: Pressemitteilung vom 10.09.2025
Foto: NABU
Veröffentlicht am 11.09.2025 19:33 von Christian Wolf, Redakteur
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