Restauriertes Laufer-Kunstwerk zieht ins Thüringer Museum Eisenach ein
Das Thüringer Museum Eisenach hat seit dem 19. August 2025 ein neues, besonders geschichtsträchtiges Ausstellungsstück aus dem Oeuvre des bekannten Eisenacher Kunstschmieds Günther Laufer erhalten. Das restaurierte schmiedeeiserne Gitterwerk mit dem Titel „Das menschliche Leben in Tiergestalt“, einst im Bankettsaal des Hotels auf der Wartburg zu sehen, bereichert ab sofort die ständige Sammlung des Museums im Westflügel des Stadtschlosses.
Laut Museum handelt es sich bei dem Werk um eine ironische Darstellung der Lebensalter des Menschen, visualisiert in Form von Tieren: Männer werden als Vierbeiner, Frauen als Vögel dargestellt. Zuvor lagerte das Objekt, das 1966/67 entstanden ist, über Jahre im Archiv der Wartburg-Stiftung, nachdem es altersbedingt Schäden davongetragen hatte. Experten zufolge galt das Gitter zwischenzeitlich als stark restaurierungsbedürftig.
Die Initiative zur Instandsetzung des Kunstwerks ging vom Förderkreis zur Erhaltung Eisenachs aus. Dieser hatte in der Vergangenheit bereits andere Arbeiten Laufers ins öffentliche Bewusstsein gerückt, wie etwa die charakteristischen Ortseingangsschilder. Die handwerkliche Restaurierung übernahmen der Kunstschmied Horst Biehler, einst ein Lehrling Laufers, gemeinsam mit Uwe Dietrich, dem Vorsitzenden des Förderkreises. Unterstützung erhielten sie von Aziz Qasim Aziz, einem aus dem Irak stammenden Neu-Eisenacher. Nach Angaben des Förderkreises wurden rund 150 Arbeitsstunden ehrenamtlich investiert, in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der Wartburg-Stiftung.
Die Wartburg-Stiftung hatte nach Aussage von Dr. Grit Jacobs, Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung, das Werk nicht selbst präsentieren können und gab es darum als Dauerleihgabe an das städtische Museum ab. Oberbürgermeister Christoph Ihling würdigte bei der Enthüllung das Engagement aller Beteiligten: Es sei gelungen, ein bedeutendes Stück Eisenacher Kunstgeschichte öffentlich sichtbar zu machen. Er betonte die Verantwortung der Stadt, das Erbe Laufers zu pflegen und zugänglich zu halten.
Museumsleiter Dr. Reinhold Brunner beschrieb das neue Ausstellungsstück als Höhepunkt der bereits vorhandenen Sammlung von Laufer-Arbeiten. Besucher finden das Gitterwerk im zweiten Obergeschoss des Westflügels; weitere Exponate des Künstlers sowie ein Porträt von Jost Heyder sind im Treppenhaus zu sehen.
Günther Laufer, der 1983 eine vielbeachtete Ausstellung auf der Wartburg zu seinem 70. Geburtstag erlebte, gilt als einer der prägenden Metallbildhauer und Professoren für Metallgestaltung der DDR. Seine künstlerischen Spuren finden sich an mehreren Standorten in Eisenach, darunter das Ziergitter am Bachdenkmal, das Sommergewinns-Denkmal an der Stadtbibliothek und der Drachenbrunnen im Burghof der Wartburg. Die Familie Laufer führte schon seit dem 19. Jahrhundert über vier Generationen hinweg das kunsthandwerkliche Erbe auf der Wartburg fort.
Mit dem Zuwachs der Ausstellung regt der Förderkreis laut Ehrenvorsitzender Ingrid Pfeiffer an, dem Werk Laufers langfristig noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu widmen – etwa in Form einer umfassenden Sonderausstellung im Marstall des Stadtschlosses, wie sie nach ihrem Vorschlag nachfolgende Generationen stärker für den bedeutenden Eisenacher Künstler sensibilisieren könnte.
Quelle: Pressemitteilung vom 20.08.2025
Foto: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 20.08.2025 16:02 von Christian Wolf, Redakteur

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