03.12.2024 👍1

Rückgang bei Verbraucherinsolvenzen in Thüringen: Statistisches Landesamt veröffentlicht Zahlen für das Jahr 2024

Das Thü​​ringer Landesamt für Statistik hat die aktuellen Zahlen zu Insolvenzverfahren in den ersten drei Quartalen des Jahres 2024 veröffentlicht und damit einen umfassenden Überblick über die Lage in Thüringen gegeben. Demnach seien 64,0 Prozent aller Insolvenzverfahren im genannten Zeitraum auf Verbraucher entfallen. Insgesamt seien 1.649 Insolvenzverfahren von den Thüringer Amtsgerichten entschieden worden, 52 Anträge weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Von Januar bis September 2024 seien damit 1.056 Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt worden, was einem Rückgang von 4,7 Prozent im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Jahres 2023 entspreche. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen im Rahmen dieser Verfahren hätten sich auf fast 47 Millionen Euro belaufen, pro Verfahren durchschnittlich etwa 44 Tausend Euro.

Das Landesamt hat weiter mitgeteilt, dass 12,2 Prozent aller Verfahren auf Unternehmen entfallen seien. In den ersten neun Monaten des Jahres 2024 habe es 201 Unternehmensinsolvenzen gegeben, was eine Steigerung von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstelle. Betroffen gewesen seien Unternehmen mit insgesamt 1.579 Arbeitnehmern, was durchschnittlich etwa acht Arbeitnehmer pro Unternehmen bedeute. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen dieser Unternehmensinsolvenzen hätten sich auf rund 181 Millionen Euro belaufen.

Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Unternehmensinsolvenzen habe im Baugewerbe mit 38 Verfahren gelegen, gefolgt von der Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (28 Verfahren), dem Handel sowie der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (24 Verfahren) und dem Bereich Verkehr und Lagerei (17 Verfahren). Nach den Rechtsformen betrachtet, hätten am häufigsten Gesellschaften mit beschränkter Haftung (113 Anträge) und Einzelunternehmen (35 Anträge) Insolvenz anmelden müssen, gefolgt von Unternehmergesellschaften (34 Anträge).

Bei den übrigen Schuldnern, zu denen unter anderem natürliche Personen als Gesellschafter und ehemals selbstständig Tätige zählen, sei die Anzahl der Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr um 66 Verfahren auf 1.448 gesunken.

Insgesamt seien von den 1.649 beantragten Insolvenzverfahren 93,5 Prozent eröffnet worden. 90 Verfahren seien mangels Masse abgewiesen und 18 Verfahren hätten mit der Annahme eines Schuldenbereinigungsplans geendet. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen aller beantragten Insolvenzverfahren bezifferten sich auf rund 280 Millionen Euro.

Quelle: Pressemitteilung vom 3.12.2024
Veröffentlicht am von , Redakteur

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