03.09.2026

Schloss Altenstein: Historischer Küchenbau erhält neues Ziegeldach

Auf Schloss Altenstein ist der herzogliche Küchenbau ein Stück weiter saniert: Das markante pagodenförmige Dach des Gebäudes auf der Terrasse hinter dem Schloss ist neu gedeckt. Grundlage dafür war eine Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Höhe von 130.000 Euro, mit der die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten eigens gefertigte Ziegel nach historischem Vorbild beauftragen konnte. Die Maßnahme ist Teil des Sonderinvestitionsprogramms I, in dessen Rahmen Schloss und Küchenbau umfassend instand gesetzt werden.

Der Küchenbau entstand um 1890, als Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen das Schloss zu einem englisch geprägten Landsitz umbauen ließ. Im Inneren war der Bau einst reich ausgestattet: Hunderte gemusterte Fliesen mit blauen Blatt- und Blütenmotiven kleideten die Wände, über der Küche öffnet sich der Blick in den Dachstuhl mit teilweise farbig gefassten Balken. Außen prägte das pagodenförmige Dach mit Biberschwanzziegeln in changierenden Grüntönen das Erscheinungsbild. Mehr als 140 Jahre Witterung und Hausschwamm hatten jedoch deutliche Schäden an der Holzkonstruktion hinterlassen.

Für die Neueindeckung ließ die Schlösserstiftung Ziegel in einer Manufaktur herstellen, die sich eng am historischen Vorbild orientieren. STSG-Direktorin Dr. Doris Fischer betont, dass die ursprüngliche Dachdeckung nur noch in kleinen Resten erhalten war und nun in handwerklicher Manufakturqualität rekonstruiert werden konnte. Industrieziegel wären dem hohen Detailanspruch des einstigen Bauherrn Georg II. aus ihrer Sicht nicht gerecht geworden. Dass die Fertigstellung im Jahr seines 200. Geburtstags gelingt, wertet sie als besonderen Akzent der laufenden Sanierung.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sieht in dem Projekt die Chance, die historische Wirkung des Küchenbaus nahezu originalgetreu zurückzugewinnen. Ortskurator Lars Ludwig aus Erfurt verweist darauf, dass eigens produzierte Ziegel die Wirkung des kleinen Bauwerks im Gesamtensemble deutlich stärken. Nach seiner Einschätzung überzeugt das Ergebnis sowohl handwerklich als auch in der Einbindung in das Schlossumfeld.

Gefertigt wurden die neuen Biberschwanzziegel in der Ziegelmanufaktur Ullrich in Forst bei Bruchsal. Neben Material und Form spielte die Farbigkeit der Glasur eine zentrale Rolle: Jeder Ziegel wurde von Hand gestanzt und glasiert, wodurch feine Farbnuancen entstanden. Diese leichten Abweichungen sorgen dafür, dass das Dach wieder in facettenreichem Grün wirkt und an das historische Erscheinungsbild anknüpft.

Parallel zur Dachdeckung läuft die umfassende Sanierung von Schloss Altenstein im Sonderinvestitionsprogramm I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, gefördert von Bund und Land. Im Schloss selbst steht der Innenausbau im Vordergrund, darunter ein geplanter Konzertsaal. Der Küchenbau wird in seinem Bestand gesichert und instand gesetzt, sodass das historische Ensemble auf dem Altensteiner Parkplateau Schritt für Schritt wieder an Gestalt gewinnt.

Quelle: Pressemitteilung vom 03.09.2026
Foto: Rathaus Bad Liebenstein
Veröffentlicht am von , Redakteur

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