18.09.2025 👍1

Seltene Luchsfamilie im Harz entdeckt: NABU fordert besseren Schutz der Wälder

Ein ungewöhnliches Naturerlebnis sorgte Anfang September 2025 im Harz für Aufsehen: Ein Wanderer konnte im Nationalpark einen Luchs mit vier Jungtieren fotografieren. Das Bild, aufgenommen zwischen Schierke und dem Brocken, verdeutlicht nach Angaben des NABU Thüringen die stabile Luchspopulation in der Region und lenkt zugleich den Blick auf die Bedeutung naturnaher Wälder für Wildtiere.

Laut dem NABU Thüringen gilt der Harz mittlerweile als Heimat der höchsten Zahl von Luchsen in Mitteleuropa. Rund 150 Tiere werden derzeit gezählt, was zu einer verstärkten Ausbreitung auch in umliegende Gebiete wie Thüringen führen könnte. „Das aktuelle Foto mit der Luchsfamilie und die vielen Luchsbegegnungen im Harz zeugen davon, dass es den Luchsen im Harz gut geht“, erklärte Projektkoordinator Silvester Tamás.

Der Verband macht aber auch auf die Herausforderungen für den Luchsschutz aufmerksam. Besonders die Zerstückelung und intensive Nutzung von Waldgebieten gefährdet nach Einschätzung des NABU den Lebensraum der Tiere. Für den Schutz von Luchsen seien große, zusammenhängende und möglichst ungestörte Wälder wichtig, vor allem solche, die bereits als besonders schützenswert ausgewiesen sind.

Thüringen müsse mehr für die Vernetzung dieser Lebensräume tun, betont der NABU. In den vergangenen Jahren seien selbst in Schutzgebieten immer wieder gravierende Eingriffe vorgenommen worden. Naturschutz dürfe aus Sicht des Verbandes nicht hinter wirtschaftlichen Interessen zurückstehen. „Der Luchs braucht für die Aufzucht seines Nachwuchses ruhige und störungsarme Waldgebiete und sichere Wanderwege“, so Tamás weiter.

Mit dem Projekt LuchsWald würdigt der NABU Thüringen Waldbesitzende, die sich überdurchschnittlich für Natur- und Artenschutz engagieren. Seit Projektbeginn wurden rund 1.439 Hektar in Thüringen als LuchsWald ausgezeichnet. Waldbesitzer, die ihren Naturraum stärker schützen wollen, können sich beim NABU für diese Auszeichnung bewerben und damit einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.

Quelle: Pressemitteilung vom 18.09.2025
Foto: NABU
Veröffentlicht am von , Redakteur

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