16.04.2026

Speedmarathon 2026: 3.645 Tempoverstöße in Thüringen – Unfall bei Kontrolle in Bad Liebenstein

Beim europaweiten Speedmarathon 2026 hat die Thüringer Polizei am 15. April innerhalb von 24 Stunden 3.645 Tempoverstöße registriert. Landesweit waren rund 220 Beamtinnen und Beamte an mehr als 80 Messstellen im Einsatz, viele davon vor Schulen, Kindergärten und anderen sensiblen Bereichen. Auf einer Kontrollstrecke in Bad Liebenstein kam es bereits am 13. April zu einem Unfall direkt im Bereich der Messstelle – der Fahrer blieb nach ersten Erkenntnissen unverletzt.

Die Aktion ist Teil der Verkehrssicherheitsinitiative ROADPOL und lief in diesem Jahr vom 13. bis 19. April. Ziel der Schwerpunktkontrollen ist es, auf die Folgen überhöhter und nicht angepasster Geschwindigkeit aufmerksam zu machen und die Zahl der entsprechenden Unfälle zu senken. Die Kontrollteams stellten ihre Messpunkte je nach örtlicher Situation und Gefährdungslage zusammen.

Insgesamt wurden in Thüringen 55.131 Fahrzeuge überprüft. Daraus ergibt sich eine Verstoßquote von 6,61 Prozent. Die Polizei betont, dass sich der Großteil der festgestellten Überschreitungen im Verwarnungsbereich oder im Bereich geringfügiger Bußgelder bewegte. Besonders ins Gewicht fielen die automatisierten Messanlagen – etwa Tunnelanlagen und mobile Messgeräte –, auf die mit 3.323 Fällen der größte Teil der Verstöße entfiel.

Die Ergebnisse nach Zuständigkeitsbereichen (Anhaltungen und automatische Messungen zusammengefasst) stellen sich wie folgt dar:

  • Autobahnpolizei: 5 Kontrollstellen, 2.088 Verstöße
  • LPI Erfurt: 5 Kontrollstellen, 363 Verstöße
  • LPI Gera: 6 Kontrollstellen, 57 Verstöße
  • LPI Gotha: 10 Kontrollstellen, 92 Verstöße
  • LPI Jena: 7 Kontrollstellen, 68 Verstöße
  • LPI Nordhausen: 16 Kontrollstellen, 93 Verstöße
  • LPI Saalfeld: 9 Kontrollstellen, 94 Verstöße
  • LPI Suhl: 20 Kontrollstellen, 110 Verstöße
  • Stationäre Messanlagen (z. B. Autobahntunnel, Messsäulen): 680 Verstöße

Für den Wartburgkreis besonders relevant ist ein Vorfall an einer Kontrollstelle in Bad Liebenstein am 13. April. Ein Autofahrer passierte die Messstelle zunächst mit angepasster Geschwindigkeit, beschleunigte direkt danach stark, verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug, kam von der Fahrbahn ab, prallte gegen einen Baum und überschlug sich. Nach ersten Erkenntnissen blieb der Mann unverletzt. Der Unfall ereignete sich damit unmittelbar im Umfeld einer Kontrollstelle, die genau auf riskantes Fahrverhalten aufmerksam machen sollte.

Die Polizei wertet den Vorfall als Beispiel dafür, dass nicht nur dauerhaft zu hohes Tempo, sondern auch plötzliches starkes Beschleunigen und insgesamt nicht angepasstes Fahrverhalten schwere Folgen haben können. Sie appelliert an alle Verkehrsteilnehmenden, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und die Geschwindigkeit konsequent an Verkehrsaufkommen, Straßenverlauf, Witterung und Sichtweite anzupassen.

Nach Angaben der Landespolizeidirektion stieß der Aktionstag erneut auf breite Akzeptanz. Viele Verkehrsteilnehmende reagierten an den Kontrollstellen verständnisvoll oder unterstützend. Die Polizei bedankt sich ausdrücklich für die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr und kündigt an, weiter auf konsequente Tempokontrollen zu setzen – mit dem Ziel, schwere Unfälle zu verhindern.

Auch in den vergangenen Jahren hatte Thüringen beim Speedmarathon hohe Verstoßzahlen registriert. 2025 wurden an einem Tag 3.880 Tempoüberschreitungen bei 51.811 kontrollierten Fahrzeugen festgestellt, was einer Verstoßquote von 7,49 Prozent entsprach. Im Vergleich dazu liegt die Quote 2026 leicht niedriger, die Zahl der Verstöße aber weiterhin im vierstelligen Bereich.

Quelle: Pressemitteilung vom 16.04.2026
Veröffentlicht am von , Redakteur

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