03.07.2025

Spritpreise in Thüringen: ADAC warnt vor teurem Tanken an Autobahnen

Ein aktueller Vergleich des ADAC Hessen-Thüringen zeigt deutliche Preisunterschiede beim Tanken an Autobahnen im Vergleich zu nahegelegenen Alternativen. Autofahrerinnen und Autofahrer werden darauf hingewiesen, dass ein kurzer Umweg bares Geld sparen kann.

Der ADAC hat im Rahmen einer Untersuchung 50 Tankstellen direkt an Autobahnen mit jeweils der nächsten Tankstelle abseits der Fernstraße verglichen. Nach Angaben des Automobilclubs lagen die durchschnittlichen Preisunterschiede bei rund 44 Cent pro Liter Super E10 beziehungsweise knapp 43 Cent pro Liter Diesel. Als Beispiel wurde die Thüringer Autobahntankstelle Hörselgau Nord auf der A4 genannt, die trotz spürbarer Unterschiede zum Vergleichsstandort noch unter dem bundesweiten Schnitt lag.

Im Beobachtungszeitraum des Preisvergleichs hätten 90 Prozent der Autobahntankstellen bei Super E10 und 88 Prozent bei Diesel einen Aufpreis von 30 Cent und mehr pro Liter verlangt. Rund ein Viertel der Stationen habe sogar einen Aufschlag von 50 Cent oder mehr für Super E10 gefordert. Die Preise an den Raststätten blieben bundesweit den Angaben zufolge konstant hoch: Im Tagesdurchschnitt kostete Super E10 stets über 2,11 Euro, Diesel immer über 2,00 Euro je Liter.

Im Detail zeigte die Untersuchung für die Raststätte Hörselgau Nord einen Preisaufschlag von 18,3 Cent pro Liter Diesel (plus 11,6 Prozent) und 30 Cent für Super E10 (plus 14 Prozent) im Vergleich zur nächsten Tankstelle in Laucha, etwa acht Kilometer abseits der Autobahn. Laut ADAC könnten Autofahrende so bei einer Tankfüllung um die 50 Liter bis zu 11,50 Euro (Super E10) oder 9,15 Euro (Diesel) einsparen. Wolfgang Herda, Verkehrsexperte beim ADAC Hessen-Thüringen, führte aus, dass das Tanken an der Raststätte nicht nur Kraftstoff, sondern auch unnötig Geld verbrauche. Autofahrer würden profitieren, wenn sie möglichst außerhalb der Autobahn tanken, was zumeist ohne größere Umwege möglich sei.

Urlaubsreisenden empfahl der ADAC, sich bereits vor Fahrtantritt über aktuelle Spritpreise und günstige Tankmöglichkeiten entlang der Strecke zu informieren. Idealerweise solle bereits vor längeren Fahrten an einer preiswerten Tankstelle in Wohnortnähe vollgetankt werden, um Kosten und Stress auf der Strecke zu minimieren.

Ein weiterer Grund für die dauerhaft höheren Preise an Autobahntankstellen liegt nach Einschätzung des ADAC in der fehlenden Preiskonkurrenz. Während es abseits der Autobahnen durchschnittlich fast acht Preisänderungen pro Tag gebe, seien es bei Raststätten lediglich zwei bis drei. Somit spiele das Timing beim Tanken an der Autobahn eine untergeordnete Rolle.

Obwohl Betreiber von Autobahntankstellen zusätzliche Kosten, etwa für Konzessionszahlungen oder den 24-Stunden-Betrieb, zu tragen hätten, halte der ADAC die daraus entstehenden Preisunterschiede für nicht gerechtfertigt. Den Experten zufolge seien die tatsächlichen Kostensteigerungen für den Betrieb zwar vorhanden, rechtfertigten aber keineswegs die teils hohen Zapfsäulenpreise.

Quelle: Pressemitteilung vom 03.07.2025
Veröffentlicht am von , Redakteur

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