22.04.2025 🤔2

Stadt Vacha klagt gegen geplanten Edeka-Neubau

Die Stadt Vacha hat rechtliche Schritte gegen den geplanten Neubau eines Edeka-Marktes in Dorndorf eingeleitet. Zentraler Streitpunkt ist die Rolle Vachas als Versorgungszentrum sowie die Auswirkungen auf den Wettbewerb und die Stadtentwicklung. Die Stadtverwaltung betont, dass der geplante Großmarkt nicht mit den regionalen Planungen übereinstimme und Kaufkraft aus Vacha abzuziehen drohe.

Vacha sieht sich als wichtiges historisches Handelszentrum im Gebiet zwischen Bad Salzungen und Bad Hersfeld. Die Stadt bietet eine breite Palette von Einzelhandelsgeschäften, darunter zwei Lebensmittelmärkte, an. Angesichts des demografischen Wandels und eines zunehmenden Wettbewerbsdrucks im Einzelhandelssektor betrachtet die Stadtverwaltung den geplanten Edeka-Neubau als Bedrohung für das bestehende Geschäftsmodell.

Der neue Markt soll direkt an der B62, nahe der Stadtgrenze Vachas, entstehen. Nach Ansicht der Stadt würde er eine erhebliche Anziehungskraft besitzen und sei darauf ausgelegt, Kaufkraft aus Vacha abzuziehen. Aus diesem Grund sei der Standort nicht nachvollziehbar. Die Stadtverwaltung argumentiert weiter, dass die Krayenberggemeinde, Standort des Bauvorhabens, mit drei bereits bestehenden Märkten überversorgt sei.

Ein weiteres Argument der Stadt Vacha ist, dass der Bau des neuen Marktes dem Landesentwicklungsprogramm Thüringens zuwiderlaufe, das vorsieht, Handelszentren lediglich in Grund- und Mittelzentren zu errichten. Da die Krayenberggemeinde keinem dieser Zentren angehöre, sei der geplante Markt unzulässig.

Obwohl Vacha im vergangenen Jahr einen neuen Rewe-Markt eröffnet hat, sieht die Stadt die Entwicklung kritisch. Sie befürchtet, dass der Edeka-Neubau einen derart starken Konkurrenzdruck erzeugen könnte, dass selbst bestehende Geschäfte, wie der Rewe-Markt, bedroht sind. Das könnte langfristig zu einer Situation führen, in der die Stadt ganz ohne Supermarkt auskommen müsste. Um dies zu verhindern, hat Vacha gegen den Beschluss zum Bebauungsplan durch die Krayenberggemeinde Klage eingereicht.

Ein Rechtsstreit zwischen benachbarten Gemeinden ist zwar nie wünschenswert, jedoch sieht die Stadt Vacha in diesem Fall keine Alternative, als sich vehement für ihre wirtschaftlichen und stadtplanerischen Interessen einzusetzen.

Quelle: Pressemitteilung vom 22.04.2025
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