Stadtrat beschließt Wasserspiel, Investitionen in Kitas und neues Gymnasium
Der Eisenacher Stadtrat hat am 20. Mai 2026 im Stadtratssaal am Markt 22 eine umfangreiche Tagesordnung abgearbeitet. Beschlossen wurden unter anderem ein neues Wasserspiel auf dem Marktplatz, Investitionen in mehrere Kindergärten und -krippen, wichtige Weichenstellungen für die Schulnetzplanung mit einem neuen städtischen Gymnasium ab 2027/28 sowie die Weiterentwicklung des Thüringer Museums im Stadtschloss.
Oberbürgermeister Christoph Ihling informierte zunächst darüber, dass der Jahresabschluss für das Jahr 2025 vorliegt. Die Jahresrechnung 2025 sowie die Unterlagen zur Sitzung sind im Ratsinformationssystem der Stadt einsehbar. Zudem stellte der Stadtrat die Jahresrechnung 2023 der Stadt Eisenach fest und entlastete die damalige Stadtspitze.
Auch für den optimierten Regiebetrieb „Amt für Infrastruktur“ wurde der Jahresabschluss 2023 festgestellt. Die damalige Oberbürgermeisterin Katja Wolf wurde entlastet. Künftig sollen Gewinne dieses Regiebetriebs in die Rücklagen fließen und als finanzielle Reserve für Investitionen dienen. Einnahmen stammen unter anderem aus der Parkraumbewirtschaftung und der Vermietung städtischer Gebäude.
Für den Marktplatz wurde ein neues Wasserspiel beschlossen. Möglich wird die Investition von 25.000 Euro durch eine private Spende von insgesamt 14.000 Euro, die zwei Familien zur Verfügung stellen. Im Pflaster nahe dem Brunnen werden drei Düsen eingebaut, die über sogenannte „Fontänenhüpfer“ aktiviert werden können. Das Wasserspiel soll den Platz für Kinder und Familien attraktiver machen und an warmen Tagen das Mikroklima verbessern. Der Einbau ist noch für dieses Jahr vorgesehen.
Einstimmig beschlossen die Stadträte die Weitergabe von 278.000 Euro an Eisenacher Kindergärten und -krippen. Die Mittel stammen vom Freistaat Thüringen und sind für Investitionen vorgesehen. Der Kindergarten „Dreiklang“ Am Schleierborn erhält knapp 32.000 Euro für die Beschattung der Fenster an der Südseite. Die „Kinder-Arche-Barfuß“ bekommt rund 35.000 Euro für Wärmedämmmaßnahmen. Den größten Anteil erhält das „Regenbogenhaus“, in das etwa 205.000 Euro für eine Dachsanierung fließen.
Intensiv diskutiert wurde die Zukunft der beiden städtischen Gymnasien. Das Elisabeth-Gymnasium in der Nebestraße und das Gymnasium „Ernst-Abbe“ mit den Standorten Wartburgallee und Theaterplatz sollen aufgelöst und zu einem neuen städtischen Gymnasium zusammengeführt werden. Ein Einwohnerantrag hatte gefordert, vor einer Entscheidung eine Standortstudie für einen gymnasialen Campus zu beauftragen. Der Stadtrat stellte die Zulässigkeit des Einwohnerantrags fest, folgte dem Anliegen inhaltlich aber nicht: Die Beauftragung einer Studie wurde mit 18 Gegenstimmen, zwölf Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen abgelehnt.
Parallel dazu beschloss der Stadtrat die Schulnetzplanung für die Schuljahre 2027/28 bis 2031/32. Darin enthalten ist die Schaffung eines neuen städtischen Gymnasiums ab dem Schuljahr 2027/28. Für die Schulnetzplanung stimmten 23 Stadträte, sieben votierten dagegen, drei enthielten sich. In den Beschluss wurde aufgenommen, dass die Stadt den Prozess von einem externen Büro professionell begleiten lässt. Die Schulnetzplanung und umfangreiche Stellungnahmen sind über das Ratsinformationssystem abrufbar. Abschließend muss noch das Thüringer Bildungsministerium zustimmen.
Für das Thüringer Museum Eisenach wurde eine konzeptionelle Neuausrichtung auf den Weg gebracht. Vor allem das Stadtschloss soll einen offeneren Charakter erhalten. Museum, Tourist-Information und kulturelle Veranstaltungen sollen künftig enger verzahnt werden, um das Museum als zentralen Kulturort in der Innenstadt sichtbarer zu machen. Der Stadtrat befürwortete die Neuausrichtung in ihren Grundzügen einstimmig. Die konkrete Planung soll in der nächsten Sitzung im Juli vorgestellt werden.
Im Kulturbeirat gibt es personelle Veränderungen: Toni Schulz, Geschäftsführer der Eisenach-Wartburgregion Touristik GmbH, wurde als Vertreter der Sparte Tourismus in das Gremium berufen. Als Nachrückerinnen wurden Josephine Walther und Melanie Tänzer bestimmt.
Darüber hinaus beschloss der Stadtrat, mehrere Bebauungspläne einzustellen. Betroffen sind der B-Plan Nr. 37 „Bleiweißmühle“, der B-Plan Nr. 7 „Erbstal“, der B-Plan 52 „Neue Mühle – Trenkelhofer Straße“ sowie der B-Plan „Hofferbertaue“. Außerdem wurde ein Grundstück aus dem Sanierungsgebiet „Katharinenstraße“ entlassen. Ebenfalls beschlossen wurde eine Neufassung der Betriebssatzung für den optimierten Regiebetrieb. Zum Abschluss der Sitzung gab der Stadtrat Mehrausgaben für mehrere Bauprojekte frei.
Quelle: Pressemitteilung vom 26.05.2026
Veröffentlicht am 26.05.2026 18:48 von Christian Wolf, Redakteur
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