23.07.2025

Bad Liebenstein setzt auf Zukunft: Machbarkeitsstudie zur nachhaltigen Energiegewinnung aus alter Grube gestartet

Mit dem Beginn einer Machbarkeitsstudie prüft die Stadt Bad Liebenstein Möglichkeiten, die in der Grube Steinbach gespeicherte Energie künftig für eine klimafreundliche Wärmeversorgung zu nutzen. Das Projekt erhält umfangreiche Fördermittel und soll wichtige Impulse für die regionale Energiewende setzen.

Nach einer rund dreijährigen Bauphase der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) zur Errichtung eines neuen Entwässerungsstollens in Steinbach rückt für die Stadt Bad Liebenstein nun eine innovative Perspektive in den Vordergrund. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, wurden Fördergelder für eine Machbarkeitsstudie eingeworben, die untersuchen soll, ob und wie die energetischen Potenziale der historischen Grube genutzt werden können. In der Woche vor dem 23. Juli 2025 stellten die beteiligten Parteien das Vorhaben öffentlich vor.

Silvio Göring, Erster Beigeordneter der Stadt Bad Liebenstein, äußerte sich rückblickend zum bisherigen Prozess. Demnach sei die Idee, die Grube auch energetisch zu nutzen, bereits 2022 – vor dem Anschlag des Stollens – geboren worden. Göring zufolge habe die Gründung der Interessengemeinschaft Energiestollen Steinbach, eine entsprechende Absichtserklärung sowie der erfolgreiche Förderantrag zentrale Meilensteine markiert. Nun bestehe die Hoffnung, dass die aktuelle Studie zu einem tragfähigen Konzept und damit zur tatsächlichen Nutzung der im Boden ruhenden Energie führen könnte.

Die Durchführung der Studie obliegt dem Unternehmen Energie-Werk-Stadt, vertreten durch Dr. Kersten Roselt. Er gab zu bedenken, dass jede Region individuelle Voraussetzungen biete, was die Bearbeitung solcher Projekte zwar anspruchsvoll, aber auch spannend mache. Die Studie wird im Detail von Dr. Sandra Franke und Christiane Büttner betreut und umfasst Untersuchungen zur Geologie des Bergwerks, zur chemischen und thermischen Qualität des Grubenwassers, zu den energetischen Bedürfnissen des Ortsteils Steinbach sowie zur Wirtschaftlichkeit und zur Akzeptanz des Vorhabens in der Bevölkerung.

Parallel dazu setzt die LMBV den Ausbau des Stollens fort. Wie Ralph Haase, Bereichsleiter Kali-Spat-Erz bei der LMBV, erläuterte, sei der Rohbau abgeschlossen und es folge nun die Fein- und Sicherungsarbeiten. Ziel des Unternehmens ist nach eigenen Angaben die langfristige und sichere Entwässerung der Grube.

Staatssekretär Marcus Malsch (CDU), der das Projekt 2022 mit angestoßen hatte, hob die Bedeutung einer wissenschaftlich fundierten Machbarkeitsprüfung hervor. Er kündigte an, nach Vorliegen der Ergebnisse gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren über die nächsten Schritte zu entscheiden.

Die Studie kostet rund 70.000 Euro und wird laut Mitteilung zu 85 Prozent durch den Freistaat Thüringen und den Bund gefördert. Sie ist Teil der kommunalen Wärmeplanung, zu der alle Städte und Gemeinden bis 2028 verpflichtet sind. Steinbach soll nach Angaben der Beteiligten ein weiterer Baustein für eine klimafreundliche Wärmeversorgung werden, nachdem in Schweina bereits ein entsprechendes Konzept entwickelt wurde.

Mit belastbaren Ergebnissen der Machbarkeitsstudie rechnet die Projektgruppe bis Ende 2025. Sollte die Energiegewinnung aus dem Stollen möglich und wirtschaftlich machbar sein, gilt es, Investoren und Betreiber für die Umsetzung zu finden und so das Potenzial der ehemaligen Grube für die Energiewende in der Region zu nutzen.

Quelle: Pressemitteilung vom 23.07.2025
Fotos: Stadt Bad Liebenstein
Veröffentlicht am von , Redakteur

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