Straßenumbenennung in Eisenach: Teil der Kasseler Straße wird zur Valentin-Schade-Straße
Ein Abschnitt der Kasseler Straße in Eisenach wird umbenannt. Laut Beschluss des Stadtrats erhält die Zufahrtsstraße zum Autohaus Schade künftig den Namen Valentin-Schade-Straße. Die Umbenennung betrifft den Bereich der Flurstücke 67/3, 66/35 und 68/2 in der Gemarkung Eisenach.
Die Schade GmbH & Co. KG ist seit der Wiedervereinigung in Eisenach ansässig und betreibt mehrere Standorte in Hessen und Thüringen. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Eisenach an der Kasseler Straße. Anlässlich des 125-jährigen Firmenjubiläums im Jahr 2025 hatte Geschäftsführer Holger Schade die Stadt Eisenach gebeten, die Zufahrtsstraße zum Autohaus nach seinem Urgroßvater Valentin Schade zu benennen. Dieser gründete die Firma im Jahr 1900 in Bad Hersfeld als Wagnerbetrieb und legte damit den Grundstein für die heutige Autohauskette.
Holger Schade begründete seinen Antrag mit der langen Tradition des Familienunternehmens und dem besonderen Bezug zum Standort Eisenach. Der Stadtrat stimmte der Umbenennung zu, obwohl ein Stadtratsbeschluss vom 11. Dezember 2018 Kriterien für Straßenbenennungen festlegt, die in diesem Fall nicht erfüllt wurden. Die Entscheidung stellt daher eine Ausnahme dar.
Das Autohaus Schade beschreibt sich selbst als traditionsbewusstes Familienunternehmen, das seit vier Generationen im Automobilgeschäft tätig ist. Neben dem Verkauf und Service von Fahrzeugen legt das Autohaus besonderen Wert auf Qualität und Kundenzufriedenheit. Zudem engagiert sich das Unternehmen mit der SCHADE-Stiftung für soziale Projekte. Die Stiftung setzt sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern ein und unterstützt unter anderem die Kinderhilfe Organtransplantation sowie Einrichtungen zur ganztägigen Betreuung und schulischen Ausbildung.
Der SPD-Stadtrat Jonny Kraft stellte im Zusammenhang mit der Umbenennung eine Anfrage an das Bundesarchiv, um eine mögliche NSDAP-Mitgliedschaft von Valentin Schade zu prüfen. Die am 19. November 2024 erhaltene Antwort ergab, dass keine Mitgliedschaft in der NSDAP nachgewiesen werden konnte. Das Bundesarchiv wies jedoch darauf hin, dass nur etwa 80 Prozent der NSDAP-Mitgliederkartei überliefert sind und viele Unterlagen im Krieg zerstört wurden.
Die neue Straßenbezeichnung tritt am 2. Juni 2025 in Kraft. Eigentümerinnen und Eigentümer, Anwohnende sowie Unternehmen, deren Adresse sich in dem betroffenen Abschnitt befindet, müssen die Änderung entsprechend berücksichtigen.
Quelle: Stadtverwaltung
Abbildung: Google Maps
Veröffentlicht am 08.03.2025 20:32 von Christian Wolf, Redakteur
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