Technologischer Fortschritt aus Thüringen: DHGE startet innovatives Smart-Home-Projekt zur Krankheitsfrüherkennung
An der Dualen Hochschule Gera-Eisenach (DHGE) ist ein ehrgeiziges Forschungsprojekt zur frühen Erkennung altersbedingter Krankheiten mit Hilfe moderner Smart-Home-Technologien gestartet. Gemeinsam mit regionalen Partnern wie der ITP GmbH aus Jena setzen Wissenschaftler, Praxisakteure und Studierende auf den Einsatz intelligenter Algorithmen, um neue Wege für die medizinische Versorgung der Zukunft – besonders im ländlichen Raum – zu eröffnen.
Die DHGE gab bekannt, dass ein interdisziplinäres Team um Prof. Christian Döbel, Studienrichtungsleiter für Mechatronik und Automation am Campus Eisenach, gemeinsam mit der ITP GmbH und mehreren regionalen Pflegediensten an der Entwicklung smarter Systeme zur Früherkennung von Krankheiten arbeite. Die Hochschule nehme dabei eine zentrale Rolle in Forschung und Entwicklung ein.
Prof. Döbel habe betont, dass die eingesetzten Algorithmen auf Methoden der Künstlichen Intelligenz basieren, die er bereits im Rahmen seiner Promotion vor rund 15 Jahren entwickelt und in kleineren Folgeprojekten weiter optimiert habe. Die Wirksamkeit der Methoden sei bereits in Simulationen belegt worden. Besonderes Gewicht legt die DHGE eigenen Angaben zufolge auf den Praxisbezug: Studierende sollen unter Anleitung von Fachleuten bei der Integration von Sensorik, der Analyse anonymisierter Verhaltensdaten und der Entwicklung von Regelungskonzepten beteiligt werden.
Das Projekt wurde nach Angaben der Hochschule im Rahmen der Waltershäuser Technologietage mit Prof. Dr. med. Orlando Guntinas-Lichius, Leiter des Wecare-Netzwerks, initiiert. Prof. Döbel berichtete von einem vertrauensvollen Austausch, aus dem die Projektidee hervorging und an deren Umsetzung nun mehrere regionale Akteure beteiligt sind. Neben der ITP GmbH, die sich unter anderem mit textiler Sensorik für tragbare oder in Möbelstücken integrierte Messsysteme beschäftigt, bringt der erste Projektmitarbeiter Holger Langlotz als Ingenieur und Heilpraktiker eine Brückenfunktion zur Medizintechnik ein.
Der praktische Nutzen für die Pflegepraxis werde konkret sichtbar: In einer ersten Testwohnung des Bodelschwinghhofes in Mechterstädt kämen bereits moderne Sensoren und Aktoren zum Einsatz, hieß es. Dabei sollen typische Verhaltensmuster anonym erfasst werden, um Auffälligkeiten zu erkennen, die auf Erkrankungen wie Demenz oder Schlaganfälle hinweisen könnten. Grundlage bilde ein wissensbasiertes System, das ursprünglich zur Analyse menschlicher Entscheidungsprozesse entworfen wurde.
Die Initiatoren des Projekts betonen das Ziel, eine neue Technologie mit regionalem Bezug zu entwickeln. Geschäftsführer Dr. Daniela Zavec von der ITP GmbH habe das Potenzial der Kooperation hervorgehoben. Die DHGE sieht für ihre Studierenden zahlreiche Möglichkeiten, etwa durch Einbindung in Projektarbeiten, Praktika oder Abschlussarbeiten, aktiv an der Entwicklung künftiger Medizintechnik mitzuwirken. Zusätzlich seien langfristige Erweiterungen – beispielsweise Anwendungen zur intelligenten Energieeinsparung auf Basis der Algorithmen – denkbar.
Quelle: DHGE vom 9.7.2025
Foto: DHGE
Veröffentlicht am 10.07.2025 10:17 von Christian Wolf, Redakteur
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