ThSV-Eisenach-B-Jugend scheitert in Emsdetten an Bundesliga-Quali
Die B-Jugend des ThSV Eisenach hat beim bundesweiten Qualifikationsturnier zur Handball-Jugendbundesliga in Emsdetten alle drei Partien verloren und die Saison 2026/2027 damit ohne Startplatz in der höchsten Nachwuchsliga beendet. Gegen den MTV Lübeck, den LHC Cottbus und Gastgeber TV Emsdetten blieb das Team ohne Punktgewinn. Trainer und Jugendkoordinator Mark Dragunski sieht die Ursache vor allem im Umgang seiner Mannschaft mit dem eigenen Anspruch und dem hohen Druck.
„Die Jungs wollten die Aufgabe unbedingt erfolgreich lösen, sind wohl letztendlich an der eigenen Erwartungshaltung gescheitert, konnten mit dem Druck nicht umgehen. Das war das Problem. Ihnen hat die Lockerheit gefehlt, um die Punkte zu holen“, fasste Dragunski das Turnier zusammen. Seine Mannschaft war zu einem von vier bundesweiten Qualifikationsturnieren nach Emsdetten gereist, kehrte aber mit drei Niederlagen und 0:6 Punkten zurück.
Zum Auftakt trafen die Eisenacher Talente auf den späteren Turniersieger MTV Lübeck. Über weite Strecken blieb die Partie offen, insbesondere nachdem der ThSV ab der 15. Minute mit vier Rückraumspielern agierte und so mehr Torgefahr entwickelte. Beim Stand von 25:23 (36. Minute) war der Anschluss hergestellt, doch Lübeck nutzte Überzahlsituationen nach Zeitstrafen gegen Eisenach konsequent und setzte sich bis zur 38. Minute auf 29:25 ab. Mehrere gute Chancen der Thüringer blieben ungenutzt, am Ende stand eine 26:31-Niederlage.
Die zweite Partie gegen den LHC Cottbus wurde zur mental schwierigsten Aufgabe. Nach einem 8:10-Rückstand (17.) verkrampfte der ThSV-Nachwuchs, obwohl der Gegner spielerisch nicht überlegen war. Cottbus zog bis zur 22. Minute auf 16:8 davon. Mehrere Würfe der Eisenacher landeten am Pfosten oder der Latte, gleichzeitig bekam die Abwehr den Lausitzer Angriff nicht in den Griff. „Wir waren mental nicht in der Lage, die Partie in eine andere Richtung zu leiten. Im Angriff versuchten wir es mit der Brechstange. Ohne Erfolg“, so Dragunski. Am Ende stand ein deutliches 24:34 auf der Anzeigetafel.
Im abschließenden Spiel am Sonntag gegen den TV Emsdetten präsentierte sich die Eisenacher B-Jugend stabiler. Nach 24 Minuten hieß es 15:15, bis zum 18:20 (33.) blieb der ThSV in Schlagdistanz. In der Schlussphase nutzte der Gastgeber jedoch seine Chancen konsequenter und stellte mit Treffern zum 24:18 (38.) die Weichen endgültig auf Sieg. Eisenach unterlag mit 20:25.
In der Abschlusstabelle belegte der MTV Lübeck mit 6:0 Punkten und 83:62 Toren den ersten Platz und sicherte sich damit das direkte Ticket für die Jugendbundesliga. Dahinter folgten der TV Emsdetten (4:2 Punkte, 62:60 Tore) und der LHC Cottbus (2:4 Punkte, 70:73 Tore). Der ThSV Eisenach blieb mit 0:6 Punkten und 70:90 Toren ohne Zählbares.
Beste Werfer des ThSV im Turnier waren Theo Deckert mit 21 Treffern und Bennet Meier mit 12 Toren. Zum Aufgebot gehörten außerdem Mika Raaz, Paul Gedenk, Esteban Villoldo (9), Fynn Beutler (3), Finn Mämpel (7), Tristan Heimbuch (2), Maximilian Grob (5), Johannes Talarski, Jakob Sonntag (2), Vincent Gärtner, Matthias Markgraf (2) und Yannick Rahn (7). Auf der Bank standen Trainer Mark Dragunski und Co-Trainer Ronny Oelschläger.
Für den Verein hat das Ergebnis Konsequenzen: Die Jugendbundesligen der A- und B-Jugend gehen in die Saison 2026/2027 ohne Teams aus Eisenach. Bereits in den vergangenen Jahren war der Club in den höchsten Nachwuchsligen nicht vertreten. Dragunski betont dennoch den langfristigen Ansatz: „Wir geben nicht auf, gehen unseren Weg weiter. Wir haben aus den Qualifikationsspielen gelernt, wollen es künftig besser machen.“
Dass der Weg in die Jugendbundesliga lang und steinig ist, zeigt auch ein Blick auf die jüngere Vergangenheit: Schon 2025 hatte die B-Jugend bei einem Qualifikationsturnier in Dessau alle Spiele verloren und die Chance auf einen Startplatz verpasst. Auch damals standen Talente wie Finn Mämpel, Maximilian Grob, Johannes Talarski, Jakob Sonntag, Vincent Gärtner und Bennet Meier im Kader – Spieler, die nun erneut um den Sprung in die höchste Nachwuchsklasse kämpften.
Für die jungen Handballer bedeutet das Turnier in Emsdetten damit zwar einen sportlichen Rückschlag, aber auch eine klare Standortbestimmung. In den kommenden Monaten wird es darum gehen, die Erfahrungen aus den Qualifikationsspielen in der Oberliga und den regionalen Wettbewerben zu nutzen, um sich individuell und als Mannschaft weiterzuentwickeln.
Quelle: Pressemitteilung vom 16.06.2026
Veröffentlicht am 16.06.2026 20:32 von Christian Wolf, Redakteur
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