ThSV Eisenach: Entscheidung über Trainer Kaufmann bis Weihnachten vertagt – Geschäftsführer Witte zieht sich von der Bank zurück
Beim ThSV Eisenach bleibt die Zukunft von Trainer Misha Kaufmann vorerst offen. Der Verein kündigte an, nach dem letzten Bundesligaspiel des Jahres gegen den HSV Hamburg am 26. Dezember 2024 eine gemeinsame Lösung zu präsentieren. Damit versuchen die Verantwortlichen, nach den heftigen Turbulenzen der vergangenen Wochen die angespannte Lage zumindest vorübergehend zu beruhigen.
Auf der Pressekonferenz vor dem Viertelfinal-Highlight im DHB-Pokal gegen die Rhein-Neckar Löwen erklärte Geschäftsführer René Witte: „Ich denke, dass wir eine gemeinsame Lösung nach dem Hamburg-Spiel präsentieren werden.“ Witte betonte außerdem, dass man „auch in der Rückrunde zusammenarbeiten“ wolle. Damit bleibt unklar, ob Kaufmanns Vertrag tatsächlich zum Ende der Saison 2025 aufgelöst wird, wie ursprünglich verkündet.
Trainer Misha Kaufmann, der seit 2021 im Amt ist und den ThSV Eisenach zurück in die Bundesliga führte, äußerte sich optimistisch: „Es war sehr, sehr wichtig, dass wir uns am Sonntag unterhalten haben. Wir haben zielführende Gespräche geführt und werden sicher noch zielführende Gespräche führen.“ Zugleich appellierte er an den Zusammenhalt im Verein: „Ich bitte noch mal: Wir sind eine Familie – und da streitet man sich auch mal. Aber es geht darum, dass diese Familie wieder zusammenkommt.“
Ein entscheidender Schritt zur Beruhigung der Situation ist die Ankündigung, dass René Witte bei den kommenden Spielen nicht mehr auf der Bank sitzen wird. „Ich möchte, dass das Team den vollen Fokus hat“, sagte Witte.
Die aktuellen Spannungen hatten ihren Ursprung in der Vereinsmitteilung vom 13. Dezember 2024, in der der ThSV Eisenach erklärte, Kaufmann habe um eine Vertragsauflösung zum Saisonende 2025 gebeten. Zahlreiche Spieler, darunter Peter Walz, Marko Grgic und Simone Mengon, sowie Fans reagierten empört und forderten mit dem Hashtag #tellthetruth Transparenz von der Vereinsführung.
Das ThSV-Fanprojekt veröffentlichte eine scharfe Stellungnahme und brach die Zusammenarbeit mit der ThSV Marketing GmbH und Geschäftsführer Witte ab. In der Erklärung des Fanprojekts hieß es: „Wer lügen will, soll die Zeugen fernhalten. In den vergangenen Wochen wurden aus unserer Sicht wiederholt Unwahrheiten verbreitet, die wir nicht länger tolerieren können. Unsere volle Unterstützung gilt weiterhin unserer Mannschaft.“
Auch Kaufmanns Berater Ates Oelke stellte in einer Gegendarstellung klar, dass Kaufmann weder bei einem anderen Verein unterschrieben noch einen Auflösungsvertrag unterzeichnet habe.
Sportlicher Fokus: Pokal-Hoffnung und Bundesliga-Endspurt
Trotz der internen Unruhe richtet sich der sportliche Blick auf die kommenden Herausforderungen. Am 19. Dezember tritt der ThSV Eisenach im DHB-Pokal-Viertelfinale gegen die Rhein-Neckar Löwen an. Ein Sieg würde den erstmaligen Einzug ins „Final Four“-Turnier bedeuten – ein historischer Erfolg für den Verein. Drei Tage später steht das schwere Auswärtsspiel gegen den SC Magdeburg an, ehe am 26. Dezember das letzte Bundesligaspiel des Jahres gegen den HSV Hamburg in der Werner-Assmann-Halle stattfindet.
Für Kaufmann und seine Mannschaft geht es darum, trotz der Diskussionen den Fokus auf das Wesentliche zu behalten. „Fakt ist, es ist für niemanden eine einfache Situation“, betonte Kaufmann. Gleichzeitig zeigt er sich zuversichtlich, dass der Zusammenhalt im Team und bei den Fans stark genug ist, um die sportlichen Ziele zu erreichen.
Die Winterpause, die nach dem HSV-Spiel beginnt, bietet dem Verein eine dringend benötigte Atempause. Ob bis dahin eine Lösung gefunden wird, die alle Beteiligten versöhnt, bleibt abzuwarten. Klar ist nur: Der ThSV Eisenach steht vor einer seiner größten Herausforderungen – sportlich wie strukturell.
Veröffentlicht am 17.12.2024 19:39 von Christian Wolf, Redakteur
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