02.10.2026

ThSV Eisenach verliert gegen Stuttgart – Verträge von Seitz und Leu bis 2029 verlängert

Der ThSV Eisenach hat am Donnerstagabend, 01.10.2026, sein Heimspiel gegen den TVB Stuttgart mit 28:33 (15:16) verloren und bleibt nach sieben Bundesligapartien bei 3 Pluspunkten stehen. Vor 2.436 Zuschauern in der Werner-Aßmann-Halle jubelten ausgerechnet sechs Akteure mit Eisenacher Vergangenheit im Trikot der Schwaben. Für ein wichtiges Signal vor dem Anpfiff sorgte der Verein mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung von Rückraumspieler Stephan Seitz und Kreisspieler Tillman Leu bis 2029.

„Wir wussten, für uns wird es ein langer und schwerer Weg“, ordnete Trainer Sebastian Hinze die Situation nach der Niederlage ein. Der Klassenerhalt bleibt das zentrale Ziel. Rückraumspieler Elias Scholtes betonte, die Mannschaft arbeite im Training intensiv an ihren Fehlern, brauche mit Blick auf das junge Team aber noch Zeit. Leu sprach von einer selbstkritischen Analyse, verwies auf verlorene Zweikämpfe in der Abwehr, hob aber auch den Kampfgeist bis zur Schlusssirene hervor.

Sportlich setzte sich Stuttgart mit einer reifen Auswärtsleistung durch. Trainer Misha Kaufmann, bis Sommer 2025 Chefcoach in Eisenach, sah bei seinem Team „einen guten Mix aus Pass-Situationen, Rhythmus des Balles und Durchbrüchen in die Tiefe“. Ein weiterer Faktor: Die Gäste ließen kaum zu, dass die Stimmung in der Halle zum Vorteil des ThSV kippte. In der Offensive traf Stuttgart 33-mal bei 41 Würfen, was einer Quote von 80 Prozent entspricht. Eisenach kam auf 28 Treffer bei 38 Versuchen (74 Prozent).

Zwischen der 29. und 42. Minute gelang den Gastgebern nur ein Tor. In dieser Phase setzte sich der TVB entscheidend ab, traf unter anderem zum 16:20 (41.) und 18:23 (44.). „So um die 40. Minute brechen wir etwas aus dem System aus, wollen Ballgewinne erzwingen und geraten stattdessen in Rückstand“, beschrieb Linksaußen David More die entscheidende Schwächephase. Er selbst war mit 7 Treffern bei 7 Versuchen bester Eisenacher Schütze und hob die erfolgreichen Ballstafetten auf die Außenpositionen hervor. Insgesamt kamen die Eisenacher Außen auf 11 Tore.

Auf der anderen Seite prägten mehrere frühere ThSV-Spieler und -Trainer den Auftritt der Gäste. Im Stuttgarter Spielprotokoll standen mit Mateusz Kornecki, Simone Mengon, Philipp Meyer und Malte Donker gleich vier Ex-Eisenacher, dazu Trainer Misha Kaufmann und Co-Trainer Danijel Grgic. Meyer feierte nach Fingerbruch sein Comeback, übernahm wie zu Eisenacher Zeiten Verantwortung in der Abwehr und sprach von einer „energetischen Leistung auf beiden Seiten“. Mengon freute sich über einen Vorsprung, den sein Team in der Schlussphase souverän ins Ziel brachte.

Ein weiterer Schlüssel lag im Rückraum der Schwaben. Stuttgart agierte variabel mit vier Rückraumspielern und erzeugte immer wieder Übergänge und Eins-gegen-eins-Situationen. Routinier Kai Häfner traf bei seinem 570. Bundesligaspiel achtmal bei zehn Versuchen. Im Tor sorgte Mohamed El-Tayar nach seiner Einwechslung in der 24. Minute mit einer Fangquote von 35 Prozent für Stabilität und entschied mehrere wichtige Szenen. Das Eisenacher Torhüterduo Matija Spikic und Mats Grupe kam zusammen auf 18 Prozent gehaltene Bälle.

Hinzu kamen technische Fehler der Wartburgstädter und ungenutzte Überzahlsituationen. Obwohl Stuttgart sechs Zeitstrafen kassierte und Eisenach nur eine, konnte der ThSV aus den numerischen Vorteilen kaum Kapital schlagen. Laut Handball Performance Index war Dominik Solak mit einem Wert von 87 der auffälligste Eisenacher Spieler.

Die Partie war über weite Strecken umkämpft, zeitweise mit hitzigen Szenen auf dem Parkett. In der Endphase sprachen beide Trainer von einem „komischen Spiel“ mit Entscheidungen, die sie kritisch sahen. Stuttgart blieb in dieser Phase ruhig und erhöhte sein Punktekonto auf 7:5, während Eisenach im unteren Tabellendrittel verharrt.

Für den ThSV geht der Kampf um Punkte im Abstiegskampf bereits in der kommenden Woche weiter. Am Donnerstag, 08.10.2026, tritt die Mannschaft auswärts bei den Rhein-Neckar Löwen in Mannheim an. Anwurf ist um 19.00 Uhr.

Statistik

ThSV Eisenach: Spikic (6 Paraden/23 Gegentore), Grupe (ab 44. Minute, 1 Parade/10 Gegentore); Joelsson (2), Scholtes (1), Attenhofer (3), Walz (2), More (7), Ende (1), Aellen (3/1), Solak (3), Antonijevic (2), Seitz (3), Kurch, Schneibel, Montebovi, Leu (1/1)

TVB Stuttgart: Kornecki (2 Paraden/12 Gegentore), El-Tayar (ab 23. Minute, 7 Paraden/16 Gegentore); M. Häfner (1), Ahouansou (2), Lien (3), Heydecke (3), Nicola, S. Mengon (4), Schmid, Sprößig, Matzken (2), Zieker (4), Meyer, K. Häfner (8/1), Darmoul (6)

Siebenmeter: ThSV Eisenach 2/2 – TVB Stuttgart 1/1

Zeitstrafen: ThSV Eisenach 1 x 2 Min. – TVB Stuttgart 6 x 2 Min.

Schiedsrichter: Hellbusch/Jansen

Zuschauer: 2.436

Quelle: Pressemitteilung vom 02.10.2026
Veröffentlicht am von , Redakteur

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