31.07.2025

Trinkwasser versus Mineralwasser: Faktencheck zur vermeintlichen Alternative aus dem Hahn

Eine aktuelle Analyse vergleicht die Qualität von Trinkwasser aus der Leitung mit herkömmlichen Mineralwässern und beleuchtet, welche Aspekte Verbraucher bei der Nutzung von Leitungswasser als echte Alternative beachten sollten.

Laut einer Stellungnahme der Gemeinde Gerstungen wird Leitungswasser regelmäßig und umfassend auf zahlreiche Parameter hin überprüft. Die Prüfbestimmungen der deutschen Trinkwasserverordnung sehen vor, dass das gelieferte Trinkwasser jährlich auf rund 85 verschiedene Werte untersucht wird. Im Gegensatz dazu werden Mineralwässer nach der Mineral- und Tafelwasserverordnung getestet, wobei sowohl der Umfang der Kontrollen als auch die Anzahl der geprüften Parameter mit etwa 25 vergleichsweise geringer ist. Für einige Bestandteile wie Chlorid, Natrium und Sulfat gelten zudem bei Mineralwässern keine Grenzwerte. Die Gemeinde hebt hervor, dass das örtliche Trinkwasser wichtige Mineralien enthalte, die auch für die Gesundheit von Bedeutung seien.

Finanzielle und ökologische Überlegungen führen die Befürworter von Leitungswasser als Alternative ebenfalls an. Nach Angaben der Gemeinde kostet ein Liter Trinkwasser gegenwärtig rund 0,28 Cent, während für Mineralwasser zwischen 25 und 60 Cent kalkuliert werden müssten. Zudem entfalle bei Leitungswasser der logistische Aufwand des Einkaufs, Transportierens und Rückführens von Mehrweggebinden, was insbesondere für ältere oder mobilitätseingeschränkte Personen von Vorteil sei. Aus ökologischer Sicht verweisen Experten darauf, dass die Nutzung von Leitungswasser Ressourcen und Energie einspare.

Die Gemeinde Gerstungen betont darüber hinaus, dass ihr versorgtes Wasser keiner Konkurrenz mit Mineralwässern in Hinblick auf Qualität und Kosten scheuen müsse.

Allerdings hängt die Qualität des Trinkwassers nicht nur von der Arbeit der Wasserwerke, sondern kann maßgeblich auch von den hausinternen Leitungen beeinflusst werden. Zwar garantieren die Wasserversorger einwandfreies Wasser bis zur Hauseinführung, doch innerhalb der Gebäude können sich Keime in den Leitungen ansiedeln. Während viele der im Wasser enthaltenen Mikroorganismen harmlos sind, können bestimmte Erreger wie Legionellen oder Darmbakterien für gesundheitliche Risiken sorgen. Insbesondere warmes Leitungswasser bietet Nährboden für Bakterien, weshalb das Trinken daraus mit Vorsicht zu betrachten ist. Experten raten, bei älteren Hausleitungen oder Unsicherheit über deren Zustand, regelmäßige Kontrollen wie einen Legionellen-Test durchführen zu lassen. Denn mehr als zehn Millionen Bakterien in einem Glas Leitungswasser sind laut wissenschaftlichen Quellen keine Seltenheit – die Art der Keime entscheidet über das Risiko.

Ein als unbedenklich geltendes Trinkwasser hängt somit nicht allein von der öffentlichen Aufbereitung ab, sondern auch von der Hausinstallation und dem Umgang der Verbraucher damit.

Fazit: Während Trinkwasser aus der Leitung ökonomische und ökologische Vorteile gegenüber Mineralwasser bietet und durch die Wasserwerke streng kontrolliert wird, bleibt das Risiko der Verkeimung in den Hausinstallationen bestehen. Verbraucher sollten daher ihre Leitungen im Blick behalten und gegebenenfalls Tests in Betracht ziehen.

Quelle: Pressemitteilung vom 31.7.2025
Foto: Gemeinde Gerstungen
Veröffentlicht am von , Redakteur

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