27.04.2026

TSG Ruhla Schach steigt doppelt ab – Eisenach Vizemeister der Landesklasse

Die Schachabteilung der TSG Ruhla hat eine sportlich bittere Saison hinter sich. In der neunten und letzten Runde der Landesklasse West verlor die erste Mannschaft beim SV Empor Erfurt II mit 3:5 und steigt damit als Tabellenletzter mit 3:15 Matchpunkten in die Bezirksliga Süd ab. Auch die zweite Mannschaft muss nach einem 0,5:5,5 gegen den SV Schmalkalden den Gang in die Bezirksklasse Süd antreten.

Der Saisonabschluss in Erfurt begann für die TSG-Erste zunächst vielversprechend: Am Spitzenbrett verbuchte Uwe Kirsch einen kampflosen Punkt, weil sein Gegner nicht antrat. Im weiteren Verlauf kippte das „Kellerduell“ jedoch zugunsten der Gastgeber. Nur Ewald Voß konnte seine Partie gewinnen. Matthias Hagen und Mannschaftsleiter Klaus Fink erreichten nach langem, zähem Kampf jeweils ein Remis – Fink erst nach über vier Stunden und 49 Zügen.

Auf mehreren Brettern wäre aus Ruhlaer Sicht mehr möglich gewesen. So stand Roland Kabisch zwischenzeitlich klar auf Gewinn, verlor die Partie aber nach einem Fehler in der Übergangsphase zum Endspiel noch. Auch Hans Möller musste eine bittere Niederlage hinnehmen. Uwe Thrän und Volker Brückmann erwischten ebenfalls einen gebrauchten Tag und unterlagen ihren Gegnern, sodass am Ende die 3:5-Niederlage und der feststehende Abstieg standen.

Rechnerisch wäre ein Verbleib in der Landesklasse nur noch bei einem außergewöhnlichen Sonderfall denkbar: Falls aus allen Bezirksligen Thüringens keine Mannschaft aufsteigen wollte, könnte die TSG theoretisch in der Klasse bleiben. Mannschaftsleiter Klaus Fink hält dieses Szenario aber für äußerst unwahrscheinlich und misst entsprechenden Gerüchten wenig Bedeutung bei. In der Abteilung überwiegt daher der Blick nach vorn auf die Saison 2026/27 in der Bezirksliga.

Für die Wartburgregion setzte der SV Wartburgstadt Eisenach ein deutliches Ausrufezeichen. Das Team um Viatcheslav Minor, Olexandr Mutka, Michael Neef, Hannes Pinnau, Arthur Lotz, Sebastian Arnold, Markus Graupner und Hans-Georg Leithoff bestätigte seine starke Saisonleistung und beendete die Landesklasse West nach einem 4:4 beim SV Ammern mit 13:5 Matchpunkten und 41 Brettpunkten auf Rang zwei der Abschlusstabelle. Aufsteiger in die Thüringenliga ist der SC Suhl mit 16:2 Matchpunkten. Neben Ruhla könnte auch der SV Empor Erfurt II (5:13 Matchpunkte) noch zu den Absteigern zählen.

Auch für die zweite Mannschaft der TSG Ruhla endete die Spielzeit mit einem klaren Ergebnis. In der Bezirksliga Süd unterlag das Team dem SV Schmalkalden mit 0,5:5,5. Einzig Karl Schellenberg holte einen halben Punkt, die übrigen fünf Ruhlaer Spieler hatten gegen die starke Schmalkaldener Aufstellung kaum Chancen. Ohne einen einzigen Matchpunkt über die gesamte Saison steht der Abstieg in die Bezirksklasse Süd fest.

Trotz der doppelten Talfahrt richtet die Schachabteilung den Blick bereits auf die kommende Saison. Diskutiert wird, zur Punktspielsaison 2026/27 eine dritte Mannschaft zu melden, um dem aufstrebenden Nachwuchs weitere Einsatzmöglichkeiten zu geben. Durch die unterschiedlichen Brettzahlen in den Ligen würde die Zahl der Stammspieler dabei sogar konstant bleiben: In der Bezirksliga wären für die erste Mannschaft sechs Bretter zu besetzen, in der Bezirksklasse für die zweite und eine mögliche dritte Mannschaft jeweils vier.

Offen ist, ob es bei dieser Konstellation bleibt. Die Bezirksversammlung des Schachbezirkes Südthüringen berät im Juni über mögliche Änderungen, etwa eine Aufstockung der Brettzahl in der Bezirksliga auf acht Spieler pro Mannschaft. In anderen Thüringer Bezirken wie Mitte und Ost sowie vermutlich Nord ist diese Regelung bereits üblich. Für Ruhla würde eine solche Entscheidung die Kaderplanung und die Einsatzmöglichkeiten des Nachwuchses erneut beeinflussen.

Die TSG Ruhla hatte bereits im Saisonverlauf deutlich gemacht, dass der Klassenerhalt für beide Teams schwer zu erreichen sein würde. Umso mehr rückt nun der geplante Neuaufbau in den Vordergrund – mit dem Ziel, die Talente im Verein an das Spielniveau der höheren Ligen heranzuführen und mittelfristig wieder Anschluss in den Thüringer Schachklassen zu finden.

Für die Wartburgregion bleibt der SV Wartburgstadt Eisenach nach dieser Saison die Nummer eins auf Landesklassen-Niveau, während Ruhla in der kommenden Spielzeit in Bezirksliga und Bezirksklasse um neue Erfolgserlebnisse kämpfen will.

Quelle: Pressemitteilung vom 27.04.2026
Veröffentlicht am von , Redakteur

Kommentare