22.05.2025

Vielfältige Traditionen und offene Begegnungen: Mitteldeutschlands Christen feiern Christi Himmelfahrt an besonderen Orten

Christen verschiedener Gemeinden in Mitteldeutschland begehen das Fest Christi Himmelfahrt am 29. Mai 2025 mit einer Vielzahl von Gottesdiensten und Veranstaltungen an ungewöhnlichen Orten. Das Programm ist geprägt von Freiluftgottesdiensten, musikalischer Begleitung und gemeinschaftlichen Aktivitäten, wobei auch ökumenische und länderübergreifende Aspekte eine Rolle spielen. So wird das Fest für viele Gläubige zu einem besonderen Erlebnis unter freiem Himmel.

Nach Angaben der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) werden die traditionellen Gottesdienste und Andachten zum Festtag in diesem Jahr wieder an besonderen Orten abgehalten. Beispiele hierfür sind Waldlichtungen, Schlösser, Ruinen, Berge, Seen und sogar ein Naturtheater. Auch Mühlen, Weinberge, Museen und Deiche bieten den Rahmen für die religiösen Zusammenkünfte. Die Veranstalter haben betont, dass Chöre und Posaunenchöre viele dieser Gottesdienste musikalisch begleiten und im Anschluss oft zu gemeinsamen Mahlzeiten einladen. Darüber hinaus werden an einigen Orten auch Taufen in den Ablauf integriert.

Ein besonderes Merkmal der diesjährigen Himmelfahrtsfeiern sei demnach die Integration unterschiedlichster Veranstaltungsformen. Neben den Gottesdiensten selbst gehörten Wanderungen, Pilgerwege, Fahrradtouren, Theateraufführungen und Konzerte zum Programm verschiedener Kirchengemeinden. Unterstützt durch zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer, solle damit die Vielfalt der Glaubenspraxis sichtbar werden und der Zusammenhalt innerhalb der Gemeinden gestärkt werden.

Zu den beispielhaften Höhepunkten in Thüringen zählt die Drei-Kirchen-Wanderung der Kirchengemeinde Unterloquitz-Oberloquitz, deren Stationen von Andachten und Orgelmusik begleitet werden. An weiteren Orten, wie etwa Brünner Höh bei Hildburghausen, dem Stöllborner Börnchen bei Kölleda und der Lichtung "Tiefes Loch/Ottmannshäuser Birken" bei Ettersburg, finden Freiluftgottesdienste schon ab den frühen Morgenstunden statt. Der Festgottesdienst in der Eisenacher Georgenkirche wird durch das Himmelfahrtsoratorium von Johann Sebastian Bach musikalisch bereichert. Ferner lassen Gemeinden an einzelnen Standorten Seifenblasen und Luftballons als symbolische Gesten gen Himmel steigen.

Des Weiteren werden an mehreren Orten sogenannte zentrale oder regionale Gottesdienste durchgeführt, etwa am Oechsenberg, auf der Frankensteiner Höhe oder im Rahmen gemeinsamer Veranstaltungen mit bayerischen Nachbar-Kirchengemeinden. In Gera und Merkers stehen neben den Gottesdiensten geselliges Beisammensein und gemeinsames Picknick auf dem Programm. Der ökumenische Charakter werde unter anderem durch einen Gottesdienst auf der Burgruine Brandenburg mit Jazz-Musik und einen Posaunengottesdienst auf dem Gläserberg bei Dermbach hervorgehoben.

Auch die regionale Kirchenleitung ist vertreten: Regionalbischöfin Dr. Friederike F. Spengler hält Gottesdienste in Neuhaus-Schierschnitz und beteiligt sich an einem Jubiläumsgottesdienst in Bernterode. Der Ablauf vieler Veranstaltungen sieht darüber hinaus Platzkonzerte, Frühschoppen, Mitmachaktionen und musikalische Darbietungen vor. So werden etwa an der Tanzhecke bei Neidhartshausen und auf dem Rosshof bei Roßdorf regionale Musikgruppen und Chöre auftreten.

Nach aktuellen Angaben der EKM werden zahlreiche weitere Andachten unter freiem Himmel veranstaltet, unter anderem am Rennsteig, in den Weinbergen, Pflegeheimen und auf öffentlichen Plätzen. Für die musikalische Begleitung sorgen überall lokale Chöre, Orchester und Bläsergruppen, während nach dem offiziellen Teil oft gemeinsames Essen und Austausch im Vordergrund stehen.

Im Hintergrund der Himmelfahrtsfeiern steht eine jahrhundertealte Tradition: Seit dem 4. Jahrhundert wird das Fest Christi Himmelfahrt vierzig Tage nach Ostern begangen, wobei es auf biblische Überlieferungen zurückgeht, nach denen Jesus vor den Augen seiner Jünger „aufgehoben“ wurde. Die Theologie ordnet den Himmel heute weniger als geographischen Ort, sondern als Symbol für den Herrschaftsbereich Gottes ein. Das Fest ist in Deutschland seit 1936 gesetzlicher Feiertag und wird laut Angaben der Kirche oft mit Wallfahrten und Wanderungen begangen, die aus den historischen Feiern entwickelt wurden.

Quelle: Pressemitteilung vom 22.05.2025
Foto: Evangelische Kirche in Mitteldeutschland
Veröffentlicht am von , Redakteur

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