Vogel des Jahres 2027: Thüringer können online mit abstimmen
Seit dem 8. September 2026 läuft die öffentliche Wahl zum „Vogel des Jahres 2027“. Fünf Arten stehen bundesweit zur Abstimmung – auch Menschen aus Eisenach und dem Wartburgkreis können im digitalen Wahllokal ihre Stimme abgeben. Zur Wahl stehen Kolkrabe, Kranich, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Wasseramsel, jede Art mit einem eigenen Naturschutzthema im Gepäck.
Das Online-Wahllokal ist über die Seite des NABU erreichbar, abgestimmt werden kann bis zum 15. Oktober 2026 um 11 Uhr. Noch am selben Tag soll feststehen, welcher Vogel den Titel für das Jahr 2027 trägt. Die Aktion läuft seit 1971, seit 2021 entscheidet eine öffentliche Wahl über den Titelträger.
Der Kolkrabe („Schwarze Federn, helles Köpfchen!“) ist der größte Singvogel der Welt und in vielen Mythen präsent. In Thüringen steht er trotz ganzjähriger Schonzeit weiterhin auf der Liste der jagdbaren Arten. Der NABU kritisiert, dass geschützte Arten wie der Kolkrabe noch dem Jagdrecht unterliegen, während die Tiere zusätzlich durch illegale Abschüsse und Vergiftungen gefährdet sind.
Der Kranich („Allzeit nasse Füße!“) ist als Zugvogel und Balzkünstler bekannt. Mit bis zu 116 Zentimetern Körperhöhe überragt er sogar den Weißstorch. In Thüringen rasten die Vögel unter anderem am Stausee Kelbra und am Rückhaltebecken bei Straußfurt. Weil Kraniche auf Feuchtgebiete angewiesen sind, steht ihr Kandidatur-Slogan für den Schutz von Mooren, Sümpfen und nassen Wiesen.
Die Mehlschwalbe („Auf gute Nachbarschaft!“) macht auf zwei Probleme aufmerksam: den Insektenschwund und den Verlust von Brutplätzen an Gebäuden. Ihre Lehmnester an Hausfassaden werden häufig entfernt, etwa bei Sanierungen. Der NABU Thüringen berichtet für 2026 von einem besonders schlechten Jahr für Mehlschwalben, vielerorts gingen die Bestände deutlich zurück. In der Roten Liste Deutschlands gilt die Art als gefährdet.
Der Trauerschnäpper („Mach Tempo fürs Klima!“) leidet besonders unter den Folgen der Klimakrise. Da der Frühling immer früher beginnt, findet der Langstreckenzieher nach seiner Rückkehr aus Afrika oft schon besetzte Bruthöhlen vor, während die Insektenentwicklung vielerorts weit fortgeschritten ist. In Deutschland gilt die Art als gefährdet, in Thüringen sogar als stark gefährdet.
Die Wasseramsel („Klarer Bach, klarer Fall!“) ist der einzige heimische Singvogel, der tauchen, schwimmen und sogar unter Wasser laufen kann. Sie ist an klare, schnell fließende Bäche und Flüsse im Wald- und Bergland gebunden und baut ihre Nester in Uferböschungen oder Mauerlöchern. In Thüringen liegen ihre Schwerpunkte unter anderem im Thüringer Wald, im Schiefergebirge und in der Rhön, während es im Thüringer Becken größere Lücken gibt. Der Bestand gilt derzeit als ungefährdet.
Der NABU Thüringen betont, dass jede der fünf Arten ein wichtiges Naturschutzthema repräsentiert – vom Schutz von Feuchtgebieten über den Erhalt naturnaher Fließgewässer bis hin zu Insektenreichtum und schwalbenfreundlichen Gebäuden. Mit der Wahl sollen diese Themen stärker in die öffentliche Diskussion getragen werden.
Abstimmen können Interessierte im virtuellen Wahllokal des NABU bis zum 15. Oktober 2026, 11 Uhr. Der Link zur Wahl ist über die bundesweite Aktionsseite „Vogel des Jahres“ sowie über das Thüringer NABU-Angebot unter www.NABU-Thueringen.de/vogeldesjahres erreichbar.
Quelle: Pressemitteilung vom 08.09.2026
Veröffentlicht am 09.09.2026 07:29 von Christian Wolf, Redakteur
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