Waldbrandrisiko nimmt zu: NABU Thüringen fordert Schutzmaßnahmen für Wälder
Die Zunahme von Waldbränden in Thüringen beschäftigt weiterhin Naturschutzverbände und Forstverwaltungen. Der NABU Thüringen hebt in einer aktuellen Stellungnahme hervor, dass das dichte Wegenetz und die verstärkte Nutzung der Wälder mit schweren Fahrzeugen das Waldbrandrisiko zusätzlich ansteigen lassen. Gleichzeitig zeigen die Umweltschützer konkrete Wege auf, wie dem Risiko entgegengewirkt werden könnte.
Der NABU Thüringen macht darauf aufmerksam, dass das Wegenetz in den Thüringer Wäldern eine Gesamtlänge von 11.100 Kilometern aufweise. Ein Großteil dieser Wege sei mit Lastkraftwagen befahrbar. Silvester Tamás, Vertreter des NABU Thüringen, betont, dass entlang des Wegenetzes zahlreiche Gräben zur Entwässerung der Wälder vorhanden seien, wodurch dringend benötigtes Wasser abgeleitet werde. Für die Entstehung resistenter und stabiler Wälder sei es jedoch entscheidend, so viel Wasser wie möglich im Wald zu halten und großflächig versickern zu lassen. Diese Maßnahme diene nicht nur der Vitalität des Waldes, sondern auch dem vorbeugenden Brandschutz.
Insbesondere im Zuge der Schadholzbereinigung sei die Belastung der Waldböden durch LKW-Transporte und Holzerntemaschinen so ausgeprägt wie nie zuvor. Dies führe nach Aussage des NABU zu einer verstärkten Verdichtung des Bodens und somit zu erhöhtem Wasserabfluss. Außerdem habe der Ausbau von Wegen zu einer stärkeren Auflichtung der Wälder geführt, was weniger Vegetation und höhere Temperaturen begünstige. Beide Faktoren, so meint der NABU, trügen zur weiteren Erhöhung der Waldbrandgefahr bei, da im Sommer auch eine erhöhte Nutzung der Waldwege durch Fahrzeuge als zusätzliche Risikofaktoren angesehen werde.
Dirk Hofmann, stellvertretender Vorsitzender des NABU Thüringen, macht darauf aufmerksam, dass gerade in Gebieten mit Fichtenmonokulturen und in Schadflächenregionen sofortiger Handlungsbedarf bestehe. Der NABU spricht sich dafür aus, in diesen Arealen weitläufige Vernässungszonen anzulegen und befahrbare Wege sowie bestehende Entwässerungssysteme punktuell zurückzubauen. Hierdurch könne mehr Wasser in den Waldgebieten gehalten werden, was die Entstehung und Ausbreitung von Waldbränden erschweren solle. Zusätzlich sei eine Umwandlung zu artenreichen Laubmischwäldern mit dichtem Kronenschluss ein wirksames Mittel, um Wälder kühler und feuchter zu gestalten, so die Einschätzung der Naturschützer.
Darüber hinaus wird vonseiten des NABU Thüringen empfohlen, die Brandbekämpfungsstrategie des Freistaates anzupassen. Es sei zu überlegen, künftig Löschflugzeuge und Löschhubschrauber im Verbund mehrerer Bundesländer vorzuhalten, um insbesondere schwer zugängliche Waldgebiete im Ernstfall schnell erreichen zu können.
Hintergrundinformationen des NABU Thüringen weisen darauf hin, dass Wälder als unverzichtbare Lebensräume für eine Vielzahl von Tier-, Pilz- und Pflanzenarten dienen. Durch wiederholte Fehler im Umgang mit den Wäldern und eine zunehmende Belastung seien die Bestände aktuell in keinem guten Zustand. Nachhaltige Schutzmaßnahmen werden daher aus Sicht des Verbandes als dringend notwendig erachtet.
Quelle: Pressemitteilung vom 10.7.2025
Veröffentlicht am 10.07.2025 19:04 von Christian Wolf, Redakteur
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