Wartburgarena im Industriedenkmal O1: Anwohnerversammlung stößt auf großes Interesse
Am 8. Januar informierten Oberbürgermeister Christoph Ihling sowie Claus Zuschlag und Martin Gensel von der Stabsstelle O1 der Stadtverwaltung Eisenach zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner über den aktuellen Stand des Großprojekts Wartburgarena. Die Veranstaltung fand im Ehrhardt-Saal des Museums Automobile Welt Eisenach statt und war gut besucht.
Geplant ist, das Industriedenkmal O1 zu einer modernen Multifunktionshalle umzubauen. Die neue Wartburgarena soll künftig sowohl für den Schul-, Vereins- und Profisport als auch für Großveranstaltungen wie Konzerte, Tagungen und die traditionellen Kommersche des Sommergewinns genutzt werden. Das Projekt ist Teil einer umfassenden Revitalisierung des historischen Fabrikgeländes, das bislang als Industriebrache wenig ansprechend war. Die Arena wird Platz für bis zu 4000 Zuschauer bieten, davon 1400 auf Stehplätzen. Zusätzlich ist ein Mehrzwecksaal für 400 Personen vorgesehen.
Die Stadt Eisenach sieht in dem Vorhaben eine Chance, die Verbindung zwischen Tradition und Zukunft zu stärken. Die Halle wird insbesondere für den Sportunterricht der Berufsschüler am nahegelegenen Berufsschulzentrum benötigt. Darüber hinaus erhält die Erstliga-Handballmannschaft des ThSV Eisenach eine neue Heimstätte, die den Anforderungen der 1. Bundesliga entspricht. Auch andere Vereine und Veranstalter sollen von den neuen Möglichkeiten profitieren. Die zentrale Lage der Arena und die Nähe zum Hauptbahnhof werden als Pluspunkte für die Ausrichtung überregionaler Veranstaltungen hervorgehoben.
Im Detail ist geplant, die Westfassade des Denkmals als sogenannte Schaufassade zu erhalten, während die übrigen Gebäudeteile durch Neubauten ersetzt werden. Die historische Optik soll durch die Nachbildung der Fassaden auf der Nord- und Südseite bewahrt werden. Für Besucherinnen und Besucher werden mehrere Eingänge, großzügige Foyers, moderne Sanitärbereiche und ein Logenbereich geschaffen. Die Halle lässt sich für den Schulsport in drei Felder unterteilen, die Tribünen sind bei Bedarf ein- und ausfahrbar.
Die Bauarbeiten beginnen mit Sicherungsmaßnahmen an der Westfassade ab Februar 2026, gefolgt von Abrissarbeiten und dem anschließenden Roh- und Ausbau der Arena ab November 2026. Die Fertigstellung ist für Ende 2028 vorgesehen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 56,8 Millionen Euro, wovon 15,2 Millionen aus dem städtischen Haushalt stammen. Die Finanzierung erfolgt über mehrere Förderprogramme von EU, Bund und Land, darunter Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Städtebauförderung. Die Förderkulisse ist komplex, jedoch liegen bereits erste Zusagen vor.
Für die Besucheranreise stehen im Umkreis von 750 Metern über 1800 Parkplätze zur Verfügung, ergänzt durch Fahrradstellplätze und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Ein Shuttle-Service von Großparkplätzen ist für Veranstaltungstage vorgesehen. Der Ehrhardt-Platz selbst bleibt zunächst unbebaut, langfristige Nutzungen sind aber denkbar. Perspektivisch soll ein digitales Parkleitsystem die Parkplatzsuche erleichtern.
Die Arena wird energetisch modern ausgestattet, unter anderem mit einer Photovoltaikanlage und Wärmepumpen. Für Menschen mit Behinderungen sind barrierefreie Zugänge und spezielle Sanitärbereiche vorgesehen. Schallschutzmaßnahmen und eine angepasste Müllentsorgung sind Teil des Konzepts. Die Stadt betont, dass mit dem Umbau des Industriedenkmals O1 nicht nur ein städtebaulicher Missstand behoben, sondern auch ein wichtiger Impuls für die Entwicklung Eisenachs gesetzt wird. Das Projekt wurde im Stadtrat nach intensiven Diskussionen mehrheitlich beschlossen und gilt als zentral für die Zukunftsfähigkeit der Stadt. Das Industriedenkmal O1 spielt dabei eine Schlüsselrolle für die Transformation des ehemaligen Automobilstandorts.
Quelle: Pressemitteilung vom 12.01.2026
Fotos und Abbildungen: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 12.01.2026 13:11 von Christian Wolf, Redakteur




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