18.08.2026

Wartburgarena O1: Stadt informiert Anwohner über Lärm, Abriss und Parken

Rund 150 Anwohnerinnen und Anwohner haben sich am Montag, 17. August, direkt an der Großbaustelle O1 über den aktuellen Stand der künftigen Wartburgarena informiert. Beim Bürgerdialog „Auf ein Wort vor Ort“ erläuterte Oberbürgermeister Christoph Ihling den Zeitplan für die anstehenden Abbrucharbeiten, die Finanzierung des Projekts und die Pläne für Parkplätze und Verkehr rund um die neue Sport- und Veranstaltungshalle.

Die frühere Produktionshalle O1 wird zu einer multifunktionalen Arena umgebaut. Die markante Westfassade bleibt erhalten und wird rekonstruiert, innerhalb der Kubatur des 1933/1934 errichteten Stammwerks entsteht ein moderner Neubau. Die Wartburgarena soll mindestens 4000 Steh- und Sitzplätze bieten und die Anforderungen der Ersten Handball-Bundesliga erfüllen. Der ThSV Eisenach wird dort künftig seine Heimspiele austragen; zusätzlich sind Schul-, Vereins- und Wettkampfsport sowie Großveranstaltungen vorgesehen. Ein weiterer Mehrzweckraum im ersten Obergeschoss auf der Ostseite bietet rund 400 zusätzliche Plätze, die große Hallenfläche ist für den Trainingsbetrieb in drei Felder teilbar.

Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 56,8 Millionen Euro. Davon stammen 37,6 Millionen Euro aus Fördermitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie von Bund und Land. Die Stadt Eisenach bringt 15,2 Millionen Euro Eigenmittel ein, weitere vier Millionen Euro können im Rahmen des Vorsteuerabzugs gegenüber dem Finanzamt geltend gemacht werden.

Im Mittelpunkt des Abends standen die im Herbst anlaufenden Abrissarbeiten. Der Abbruch soll voraussichtlich im Oktober 2026 beginnen und bis Februar 2027 dauern. Für den Rückbau von Decken und Stahlkonstruktion ist schweres Gerät nötig, der entstehende Betonbruch wird vor Ort gebrochen, aufbereitet und wieder eingebaut. Das Brechen des Betons wird sich über etwa zwei Wochen erstrecken, in denen mit besonders hoher Lärmbelastung zu rechnen ist. Über den genauen Zeitraum will die Stadt gesondert informieren. Arbeiten an Wochenenden sind ausgeschlossen, extreme Lärmphasen sollen auf wenige Stunden pro Tag und festzulegende Zeitfenster begrenzt werden. Durch Bewässerung soll die Staubentwicklung so gering wie möglich gehalten werden.

Nach Abschluss des Abbruchs sind Roh- und Innenausbau bis ins Frühjahr 2029 geplant. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der Wartburgarena ist für Frühjahr/Sommer 2029 vorgesehen.

Einige Anwohnerinnen und Anwohner äußerten die Sorge, dass auf der Baustelle derzeit kaum Fortschritte sichtbar seien. Die Stadtverwaltung verwies darauf, dass zuletzt vor allem im Keller unter der Westfassade gearbeitet wurde. Die alte Kellerdecke war nicht mehr tragfähig und musste neu betoniert werden. Zudem wurden die Fundamente für zwei Treppenhäuser hergestellt und erste Verschalungen gesetzt. Die Treppenhäuser entstehen an den Ecken der Westfassade in Richtung Museum „automobile welt eisenach“ und in Richtung Landratsamt; das Treppenhaus auf der Landratsamt-Seite erhält zusätzlich einen Aufzug.

Ein weiterer Schwerpunkt des Bürgerdialogs war die Parksituation rund um die künftige Arena. Direkt am Gebäude entstehen 20 barrierefreie und 43 reguläre Stellplätze, davon 14 mit Ladepunkten. Weitere Parkflächen unmittelbar an der Halle sind derzeit nicht vorgesehen. Nach Angaben der Stadt stehen im Umkreis von etwa 750 Metern rund 1000 Stellplätze zur Verfügung, unter anderem im City-Parkhaus Uferstraße, im Parkhaus „Am Markt“, an der Karl-Marx-Straße, im Einkaufszentrum „Tor zur Stadt“, an der Dualen Hochschule am Wartenberg und am Berufsschulzentrum im Palmental.

Parallel prüft die Verwaltung zusätzliche Regelungen für das Umfeld der Wartburgarena. Diskutiert werden zeitlich begrenztes Bewohnerparken bei Großveranstaltungen und Parkverbotszonen, um den Suchverkehr in den Wohnstraßen zu verringern. Unterstützend soll voraussichtlich im kommenden Jahr ein stadtweites Parkleitsystem eingeführt werden, das Autofahrer gezielt zu freien Parkmöglichkeiten führt.

Für Besucherinnen und Besucher, die ohne Auto anreisen, verweist die Stadt auf die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr: Vom Hauptbahnhof sind es etwa zehn Minuten Fußweg bis zur Baustelle, die nächste Bushaltestelle liegt rund 100 Meter entfernt. Für Radfahrende sollen mehr als 300 Fahrradstellplätze zur Verfügung stehen.

Der Bürgerdialog „Auf ein Wort vor Ort“ soll in unregelmäßigen Abständen fortgesetzt werden. Die Reihe startete im Frühjahr 2025 im Thälmannviertel, im November 2025 folgte ein Termin in Eisenach-Nord. Bei den Treffen stellen Oberbürgermeister und Fachleute aus der Verwaltung jeweils ein Schwerpunktthema vor, beantworten Fragen und nehmen Hinweise aus der Nachbarschaft auf. Am O1-Termin sorgten Getränke und Bratwürste vom Rost für einen informellen Rahmen; unterstützt wurde die Versorgung von den „Montagshelfern“ des Museumsvereins „automobile welt eisenach“.

Quelle: Pressemitteilung vom 18.08.2026
Fotos: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am von , Redakteur

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