04.08.2025

Wartburgkreis erlebt Biber-Rückkehr: Natürlicher Ingenieur und Herausforderungen für Anwohner

Im Wartburgkreis sind die Biber nach jahrhundertelanger Abwesenheit wieder präsent, was Chancen für die Natur und zugleich neue Herausforderungen für Anwohner mit sich bringt. Experten weisen auf wirkungsvolle Schutzmaßnahmen für Gehölze an Gewässerrändern hin und raten Eigentümern zu vorbeugenden Vorkehrungen.

Seit 2009 sei der Biber, wissenschaftlich Castor fiber, erneut in den Gewässern des Wartburgkreises heimisch, wurde von der zuständigen Presseabteilung berichtet. Zuvor galt die Art etwa 400 Jahre lang in Thüringen als ausgestorben – eine Folge intensiver menschlicher Bejagung. Fachkreise unterstreichen, dass Biber mit ihrer Millionen Jahre umfassenden Geschichte zu den ältesten Säugetierarten Europas zählen.

Die Rückkehr der Tiere werde jedoch nicht ausschließlich positiv bewertet. Die Biber veränderten ihre Umgebung durch das Graben, den Bau von Dämmen sowie das Benagen und Fällen von Bäumen, was im ländlichen Raum, insbesondere für Gewässeranrainer, zu Konflikten führt. Wenn Obstbäume oder wirtschaftlich relevante Baumbestände beschädigt oder gefällt würden, entstehe ein nachvollziehbarer Ärger und wirtschaftlicher Schaden für die Eigentümer, heißt es aus dem Landratsamt.

Die Naturschutzbehörde weist darauf hin, dass die meisten Fraßschäden an Gehölzen vermeidbar seien. Grundbesitzer trügen Verantwortung dafür, dass vom eigenen Grundstück keine Gefahren ausgingen. Deshalb sei es ratsam, Bäume entlang von Gewässern bereits vor Auftreten erster Nagespuren zu schützen, da Biber Bäume bis zu einer Entfernung von 50 Metern zu ihrem Wohngewässer benagen können.

Als effektiv gelten laut Behörde formbare Drahtgitter aus verzinktem Eisen mit einer Drahtstärke von über zwei Millimetern und einer Maschenweite von höchstens zehn Zentimetern. Besonders bewährt hätten sich Estrichgitter, die um den Baum gewickelt und mit Kabelbindern gesichert werden. Auch klassische Wildschutzzäune und Volierenzäune seien geeignet, verlangt allerdings je nach Ausführung zusätzliche Stabilisierung auf Metall- oder Holzpfählen sowie eine solide Bodenfixierung, um ein Hochschieben oder Umstoßen durch die Tiere zu verhindern.

Von der Verwendung von Kunststoff, Teppichen, Folien, Hasendraht oder Aluminiumgittern rät die Behörde ab. Diese Materialien böten nach Einschätzung der Experten keinen ausreichenden Schutz, da die Bisskraft der Biber erheblich sei. Bäume müssten bis mindestens ein Meter Höhe, inklusive Wurzelausläufern, gesichert werden, da die Tiere sich beim Nagen aufrichten könnten.

Für Eigentümer einer großen Zahl von schützenswerten Bäumen, etwa auf Streuobstwiesen oder bei Kopfbäumen, bestünde die Möglichkeit, sich bezüglich Förderungen an das Kompetenzzentrum Wolf, Biber, Luchs zu wenden. Diese Anlaufstelle biete laut Pressemitteilung telefonische Beratung und weiterführende Unterstützungsangebote an. Kontaktmöglichkeiten würden sowohl telefonisch als auch per E-Mail bereitgestellt.

Das Umweltamt des Landratsamtes Wartburgkreis nehme weiterhin Hinweise und Anfragen zu Bibern entgegen und stehe für weitere Auskünfte zur Verfügung.

Quelle: Pressemitteilung vom 4.8.2025
Veröffentlicht am von , Redakteur

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