Wartburgkreis setzt auf Aufklärung: Präventionsprojekt „Durchblick“ erreicht über 1.000 Jugendliche
Das Präventionsprojekt „Durchblick“ hat im Frühjahr 2025 mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler im Wartburgkreis zu den Risiken des Konsums legaler Suchtmittel wie Alkohol und Vapes sensibilisiert. Im Fokus des Projekts standen die frühe Aufklärung, offene Gespräche und das Aufzeigen von lokalen Hilfsangeboten zur Suchtprävention.
Nach Mitteilung des Landratsamts Wartburgkreis zählt Alkohol weiterhin zu den am weitesten verbreiteten Suchtstoffen unter Jugendlichen. Dabei bestehe insbesondere bei Feierlichkeiten wie Jugendweihe oder Konfirmation das Risiko, dass viele Jugendliche ihre ersten Erfahrungen mit diesem Suchtmittel machen. Trotz gesellschaftlicher Akzeptanz warnen die Initiatoren vor den gesundheitlichen und sozialen Folgen eines frühen Alkoholkonsums. Sie betonen, wie wichtig es sei, Jugendlichen die Fähigkeit zu vermitteln, Angebote zum Alkoholkonsum abzulehnen und sich der damit verbundenen Gefahren bewusst zu werden.
Auch Einwegzigaretten, sogenannte Vapes, erfreuen sich bei Jugendlichen nach wie vor großer Beliebtheit. Fachleute weisen darauf hin, dass gerade nikotinhaltige Vapes ein hohes Abhängigkeitspotenzial bergen. Auch bei nikotinfreien Produkten entstehe ein Verhalten, das Vapen und Rauchen als alltäglichen Bestandteil verankere. Hinzu kämen häufig unbekannte, potenziell schädliche Substanzen, die langfristige Gesundheitsschäden verursachen könnten. Die Veranstalter machten darauf aufmerksam, dass Vapes – unabhängig vom Nikotingehalt – laut Jugendschutzgesetz (§ 10 Abs. 1) nicht an Minderjährige verkauft oder von ihnen konsumiert werden dürfen.
Das jährlich stattfindende Mitmachprojekt „Durchblick“ informierte in diesem Jahr in Eisenach, Wutha-Farnroda, Bad Salzungen und Vacha insgesamt mehr als 1.000 Siebtklässlerinnen und Siebtklässler aller Schulformen. Ziel sei es gewesen, die Jugendlichen frühzeitig für die Risiken und Folgen des Konsums legaler und illegaler Suchtmittel zu sensibilisieren und Strategien zum verantwortungsvollen Umgang zu vermitteln. Der Parcours bestand aus vier Stationen, an denen die Themen Rausch, Alkohol, Vaping und Medien behandelt wurden. Besonderer Wert sei auf den Erfahrungsaustausch sowie offene Gespräche mit Fachkräften gelegt worden, um die Jugendlichen zu einer selbstkritischen Reflexion ihres Verhaltens anzuregen.
Christina Oechel, Projektverantwortliche beim Jugendamt des Landkreises, berichtete, die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler reichten von ernüchternd bis ermutigend. Oft würden die Jugendlichen die Gelegenheit schätzen, offen über Fragen und eigene Erfahrungen zu sprechen. Die Kernbotschaft laute, dass ein verantwortungsvoller Umgang entscheidend sei. Auch die unterstützenden Fachstellen betonen laut Meldung, dass die frühzeitige Ansprache entscheidend für den Schutz junger Menschen vor Suchtgefahren sei.
Getragen wird das Projekt vom Jugendamt des Wartburgkreises und der Suchtberatungsstelle „Kompass“ der Diako Thüringen in Eisenach. Unter Einbindung zahlreicher Kooperationspartner – wie Schulsozialarbeit, Jugendsozialarbeit, Suchtberatung, Familienberatungsstellen, Kinderschutzdienst und Jugendmigrationsdienst – soll den Jugendlichen nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch das breite örtliche Hilfesystem aufgezeigt werden.
Die Organisatoren kündigten an, das Präventionsprojekt auch im kommenden Jahr fortführen zu wollen. Die Zusammenarbeit zwischen Schule, Elternhaus und Fachstellen solle weiter intensiviert werden, um die Wirkung der Präventionsarbeit langfristig im Wartburgkreis zu stärken und weiterzuentwickeln.
Quelle: Pressemitteilung vom 12.06.2025
Foto: Landratsamt Wartburgkreis
Veröffentlicht am 12.06.2025 18:59 von Christian Wolf, Redakteur
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