Weimar triumphiert: Rückeroberung des historischen Hauses der Frau von Stein
Die Stadt Weimar hat nach einem langjährigen Rechtsstreit erneut das historische Haus der Frau von Stein in ihren Besitz genommen. Ein Gerichtsvollzieher führte die Besitzübernahme im Namen der Stadt durch, nachdem das Landgericht Erfurt im Juni 2024 ein zweites Versäumnisurteil gegen die bisherige Eigentümerin erlassen hatte. Oberbürgermeister Peter Kleine äußerte sich erfreut über die Rückführung und beschrieb den Tag als bedeutsam für das klassische Weimar.
Die räumliche Behebung der Stadtversammlung ermöglicht es, das Gebäude in ein öffentlich zugängliches Objekt für Weimarer Bewohner und deren Besucher umzuwandeln. Der Weg zur rechtlichen Eigentumsübertragung erfolgt über die Eintragung im Grundbuch, die bereits initiiert und rechtlich durchsetzbar ist.
Kleine bezeichnete es als gravierenden Fehler, das Gebäude 2008 an einen spanischen Investor verkauft zu haben, und zeigte sich erleichtert darüber, diesen rückgängig gemacht zu haben. Die jahrelange Verzögerungstaktik der ehemaligen Eigentümerin sei nun beendet. Die Stadt strebt an, das Haus zügig wieder öffentlich zugänglich zu gestalten und ist bestrebt, einen zuverlässigen Partner für die notwendigen Sanierungsarbeiten zu finden.
Die erste Begehung des Gebäudes seit der Besitzübernahme zeigte zahlreiche begonnene, aber nicht abgeschlossene Sanierungsmaßnahmen. Ein aktuelles Baugutachten zur Beweissicherung wurde beauftragt. Die Stadt plant, das historische Gebäude, das architektonisch und historisch für die Weimarer Klassik von großer Relevanz ist, bald für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Der zweiteilige Kaufvertrag von 2008 sah ursprünglich ein Museum für Salvador Dalí, eine Künstlerpension sowie ein Café im Gebäude vor. Diese Pläne blieben jedoch unerfüllt, ebenso wie spätere Modifikationen des Investitionsplanes, die nicht zum erhofften Erfolg führten. Aktuell kann die vorherige Eigentümerin lediglich beweisen, dass die Versäumnisurteile rechtmäßig waren und keine inhaltlichen Einwände mehr geltend machen.
Das Haus der Frau von Stein, das einst dem herzoglichen Oberstallmeister Ernst Josias Freiherr von Stein und seiner Frau Charlotte, eine enge Vertraute Goethes, gehörte, ist ein kulturelles Juwel. Nach der Wiedervereinigung diente das Gebäude kurzzeitig als Goethe-Institut, seine immense Bedeutung reicht jedoch weit darüber hinaus zurück.
Quelle: Stadt Weimar vom 18. Februar 2025
Foto: Stadt Weimar
Veröffentlicht am 18.02.2025 19:33 von Christian Wolf, Redakteur
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