Weniger Wintervögel in Thüringen: Ergebnisse der NABU-Zählung 2026
Bei der diesjährigen „Stunde der Wintervögel“ des NABU haben sich in Thüringen über 4.300 Menschen beteiligt. Die Aktion fand am zweiten Januarwochenende 2026 statt und brachte erneut einen Rückgang der gezählten Vögel pro Garten oder Park ans Licht. Besonders betroffen ist der Haussperling, der zwar weiterhin die Liste der häufigsten Wintervögel anführt, aber im Bestand weiter abnimmt.
Nach Angaben des NABU Thüringen wurden auch bei anderen Arten wie Amsel und Blaumeise weniger Tiere gemeldet als in den Vorjahren. Im Gegensatz dazu konnten Rotkehlchen, Schwanzmeisen und Zaunkönige häufiger beobachtet werden. Im Durchschnitt wurden bundesweit nur noch 32 Vögel pro Garten oder Park gezählt – ein historischer Tiefstand seit Beginn der Aktion im Jahr 2011, als noch 45,8 Vögel pro Garten gemeldet wurden.
Als Gründe für den Rückgang der Spatzen nennt der NABU unter anderem Nahrungsmangel, Verlust von Brutplätzen durch zunehmende Flächenversiegelung, strukturarme Gärten und die industrielle Landwirtschaft. Diese Faktoren seien wissenschaftlich belegt und betreffen auch andere Vogelarten.
Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion dieser Art in Deutschland und liefert wichtige Daten zur Entwicklung der heimischen Vogelbestände. Die nächste Zählaktion, die „Stunde der Gartenvögel“, ist für den 8. bis 10. Mai 2026 geplant. Ergebnisse aus den einzelnen Landkreisen sowie interaktive Karten und Vergleiche mit den Vorjahren stellt der NABU online zur Verfügung.
Quelle: Pressemitteilung vom 28.01.2026
Foto: NABU
Veröffentlicht am 28.01.2026 20:49 von Christian Wolf, Redakteur
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