Zahl der Weißstorch-Brutpaare im Wartburgkreis erreicht neuen Höchststand
Im Jahr 2025 wurden in Thüringen insgesamt 212 Weißstorchhorste gezählt – ein Zuwachs von 31 Brutpaaren im Vergleich zum Vorjahr. Besonders im Wartburgkreis ist der Anstieg deutlich: Mit 60 Brutpaaren liegt die Region an der Spitze der Thüringer Storchenpopulation. Das geht aus der aktuellen Storchenbilanz hervor, die das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) gemeinsam mit dem NABU Thüringen vorgestellt hat.
Die Entwicklung zeigt, dass Thüringen für Weißstörche zunehmend attraktiv wird. Laut TLUBN und NABU wurden 2025 insgesamt 375 Jungvögel aufgezogen. Die Zahl der Brutpaare hat sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verzehnfacht. Zu den Gründen zählen die Ausbreitung der Störche aus Westeuropa sowie gezielte Schutzmaßnahmen wie die Anlage von Lebensräumen und der Bau künstlicher Nisthilfen. Die intensive Erfassung der Bestände, insbesondere durch ehrenamtliche Helfer, liefert die Grundlage für diese positive Bilanz.
Trotz dieser erfreulichen Entwicklung bleibt eine menschengemachte Gefahr bestehen: Immer wieder sterben Jungstörche durch verschluckte Gummibänder, die von den Altvögeln mit Regenwürmern verwechselt und an die Jungen verfüttert werden. Gummibänder und andere Kunststoffteile gelangen vor allem über den Biomüll in die Umwelt und damit in die Nahrungskette der Tiere. Das Problem ist nicht auf Thüringen beschränkt, betrifft aber insbesondere Regionen mit vielen Kompostieranlagen, wie auch das Werratal zwischen Wasungen und Eisenach.
Die Erfassung und der Schutz der Weißstörche in Thüringen sind das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit von Naturschutzverbänden und ehrenamtlichen Helfern. Die landesweite Koordination der Datenerhebung liegt inzwischen bei der Vogelschutzwarte des TLUBN in Seebach. Im Wartburgkreis und im Landkreis Schmalkalden-Meiningen unterstützt weiterhin der langjährige Storchenbeobachter Klaus Schmidt die Bestandsaufnahme.
Für Familien und Naturinteressierte bietet die Entwicklung der Storchenpopulation in der Region eine gute Gelegenheit, die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Gleichzeitig machen die aktuellen Zahlen deutlich, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit Abfällen für den Schutz der heimischen Tierwelt bleibt.
Quelle: Pressemitteilung vom 09.04.2026
Foto: NABU
Veröffentlicht am 09.04.2026 11:31 von Christian Wolf, Redakteur
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