Zeitzeugen beleuchten technische Vielfalt im Automobilwerk Eisenach
Im Automobilmuseum Eisenach trafen sich am 14. November 2025 ehemalige Ingenieure, um Erinnerungen an den Werkzeug- und Maschinenbau des traditionsreichen Werks aufzuarbeiten. Matthias Doht, Finanzvorstand der Stiftung, begegnete dabei seinen einstigen Kollegen Manfred Gebel und Hans-Werner Mohn zu einem Austausch über die Besonderheiten der Produktion im früheren Kombinat.
Der Austausch diente nicht nur dem Wiedersehen, sondern insbesondere der Identifikation und Beschriftung von historischen Fotos aus dem Bereich Sondermaschinenkonstruktion. Gemeinsam rekonstruierten die Zeitzeugen technische Abläufe und dokumentierten Entwicklungen, die zum Alltagsgeschäft der DDR-Autoproduktion gehörten. Laut Angaben der Beteiligten sei gerade dieser Bereich heute im Automobilbau kaum mehr zu finden.
Das Automobilwerk Eisenach verfügte nach Einschätzung der Ingenieure über eine im Branchenvergleich ungewöhnlich hohe Fertigungstiefe. Maschinen, Sondervorrichtungen und komplette Produktionsstraßen wurden damals weitgehend firmenintern entwickelt und gefertigt, da spezialisierte Zulieferbetriebe in der DDR fehlten. Über 1.200 Beschäftigte waren im Werkzeug- und Maschinenbau tätig – ihre Arbeit galt als Fundament für die gesamte Fahrzeugproduktion.
Die Erfahrungen und Erinnerungen der Beteiligten fließen nun in das Archiv des Museums ein. Damit trägt die Initiative laut Stiftung zur Bewahrung eines bislang wenig beachteten Aspekts der regionalen Industriegeschichte bei. Die Dokumentation der Arbeitsweise soll einen Beitrag zum besseren Verständnis der Produktionsbedingungen während der DDR-Zeit leisten.
Quelle: Pressemitteilung vom 14.11.2025
Fotos: AWE
Veröffentlicht am 14.11.2025 15:49 von Christian Wolf, Redakteur



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