Zeitzeugenprojekt im Wartburg Radio: AWE-Werksfahrer Krügel erinnert sich
Mit einem Gespräch im Wartburg Radio ist das Zeitzeugenprojekt der Stiftung Automobile Welt Eisenach am 22. Mai in eine neue Runde gestartet. Im Studio standen diesmal die Motorsportjahre von Klaus Dieter Krügel im Mittelpunkt. Der gebürtige Leimbacher war in den 1970er- und 1980er-Jahren einer der prägenden Rallyefahrer des Automobilwerks Eisenach und wurde 1988 DDR-Meister.
Moderiert von Dr. Jessica Lindner-Elsner, wissenschaftliche Leiterin des Museums automobile welt eisenach, und Matthias Doht, Finanzvorstand der Stiftung, blickte Krügel auf seinen Weg vom Straßenbau-Facharbeiter zum Werksfahrer zurück. Nach seiner Ausbildung im elterlichen Betrieb „Max Krügel Steinsetzmeister“, der zeitweise mehr als 60 Beschäftigte hatte und 1963 enteignet wurde, arbeitete er bis 1979 im Straßenbaukombinat Meiningen. Parallel dazu baute er seine Motorsportkarriere auf.
Seine ersten Rennen bestritt Krügel beim MC Kali Merkers im Motocross auf einer 350 ccm Sport-AWO. Ab 1972 war er im Rallyesport aktiv und prägte die DDR-Rallyeszene bis 1990 entscheidend mit. Viele Jahre lang saß sein Bruder Wolfgang Krügel als Co-Pilot neben ihm. Ende der 1970er-Jahre wurden beide schließlich Werksfahrer des Automobilwerks Eisenach. Zu den größten Erfolgen zählen zwei Gesamtsiege, 18 Klassensiege sowie 52 Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen.
Gefahren ist Krügel unter anderem auf den Fahrzeugtypen Wartburg 311, Wartburg 353 W und WR sowie W 460. Den Weg in den Rallyesport ebnete ihm sein damaliger Nachbar Horst Ihling aus Bad Salzungen, der zu dieser Zeit als Rallyeleiter tätig war. Bereits 1970 startete Krügel als Privatfahrer für das Automobilwerk Eisenach bei ersten Rallyes im eigenen Fahrzeug.
Im Gespräch schilderte Krügel die Belastungen des Rallyealltags in der DDR. Weite Anreisen mussten häufig auf eigener Achse bewältigt werden, oft mit nur wenig Servicepersonal vor Ort. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass sämtliche Fahrzeuge des Werksteams direkt im Automobilwerk aufgebaut wurden. Fahrer und Beifahrer arbeiteten selbst an ihren Einsatzfahrzeugen mit und kannten die Technik ihrer Rallyewagen dadurch bis ins Detail.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sind Krügel viele prägende Erinnerungen geblieben. Besonders bewegend beschrieb er einen schweren Unfall beim Zieleinlauf einer Rallye in der damaligen Slowakei im Jahr 1979, bei dem sein Bruder Wolfgang Krügel schwer verletzt wurde. Solche Erlebnisse, aber auch sportliche Höhepunkte wie der DDR-Meistertitel von 1988, prägen seinen Blick auf die Zeit im Werksteam bis heute.
Das Zeitzeugenprojekt der Stiftung Automobile Welt Eisenach dokumentiert persönliche Lebensgeschichten und Erinnerungen aus der Region. Gespräche wie das mit Klaus Dieter Krügel bewahren Erfahrungen aus Arbeitsalltag und Freizeit in und um das Automobilwerk Eisenach und machen sie für kommende Generationen nachvollziehbar.
Quelle: Pressemitteilung vom 03.06.2026
Foto: AWE
Veröffentlicht am 03.06.2026 09:46 von Christian Wolf, Redakteur
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