ACHAVA Festspiele bringen vielfältige jüdische Kultur nach Eisenach
Die ACHAVA Festspiele Thüringen widmen sich in ihrer elften Ausgabe erneut der Vielfalt jüdischer Kultur und Geschichte. Zwischen dem 6. und 21. September 2025 werden insgesamt 75 öffentliche und nicht-öffentliche Veranstaltungen in mehreren Städten des Bundeslandes angeboten. In Eisenach, das bereits zum siebten Mal als Gastgeber fungiert, sind allein 24 Veranstaltungen geplant – mehr als in jeder anderen Stadt.
Im ehemaligen Elektrizitätswerk an der Uferstraße, heute E‑Werk genannt, findet der Großteil des Eisenacher Programms statt. Die Veranstaltungen beginnen dort sogar schon am 4. September und laufen bis zum 28. September. Neben Eisenach nehmen auch die Städte Erfurt, Gotha, Mühlhausen und Weimar teil. Zudem gibt es erstmals in Meiningen ein Angebot der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Bad Salzungen wird erneut mit Schulprojekten vertreten sein.
Laut Angaben der Veranstalter zielt das Festival darauf, die Erinnerungskultur nach der nationalsozialistischen Shoa zu stärken und den Austausch zwischen verschiedenen Religionen zu fördern. Das Programmangebot reicht von Konzerten, Ausstellungen und Gottesdiensten über Kochkurse und Stadtführungen bis zu Zeitzeugengesprächen und Filmpräsentationen.
Zu den besonderen Höhepunkten in Eisenach zählen das große Familienfest am 21. September und die zweiten ACHAVA-Filmtage. Am 17. September werden anlässlich der Festspiele erneut sogenannte Stolpersteine am Schlossberg verlegt. Außerdem ist erstmals eine Kooperation mit dem Jazzclub Eisenach geplant, die ein Konzert des palästinensischen Pianisten Aeham Ahmad umfasst. Dieser ist international als virtuoser Musiker und Friedensaktivist bekannt. Ein weiteres äußerst beliebtes Format dürfte das internationale Suppenduell am 26. September sein. Daneben ist ein Auftritt der Gruppe „Banda Comunale“ am 13. September vorgesehen.
Der Intendant der Festspiele, Martin Kranz, hob insbesondere die interreligiöse Begegnung zum Schabbat hervor, die Kantor Yoed Sorek aus Berlin gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendchor des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Ruhla begleiten wird. Außerdem nannte er das Sinfoniekonzert der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach im Landestheater Eisenach am Abend des 19. September als besonderen künstlerischen Akzent. Der Solist Bar Zemach wird dort das Schofar, ein traditionelles jüdisches Musikinstrument, spielen. Laut Kranz sei Eisenach „ein absolutes Vorbild“ dafür, wie sich das ACHAVA-Projekt in Thüringen etabliert habe.
Bürgermeister Christoph Ihling betonte bei der Vorstellung des Programms am 19. August 2025 den Mut der Veranstalter, trotz der angespannten politischen Lage im Nahen Osten am Ziel der Völkerverständigung festzuhalten. Er lobte das Engagement der rund 40 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die einen Großteil der Organisation übernehmen. Die Stadt Eisenach unterstützt das Festival zudem finanziell.
Der Eisenacher Kunstverein beteiligt sich in diesem Jahr als Veranstalter von drei Ausstellungen. Im E‑Werk werden Fotografien von Jochen Gewecke unter dem Motto „Kommt zusammen“ präsentiert. Die Bilder zeigen Moscheen, Kirchen und Synagogen und sollen nach Angaben der Projektleiterin Alexandra Husemeyer die Vernetzung unterschiedlicher Religionen in der Stadt fördern. Firmen und Institutionen werden eingeladen, einzelne Motive für ihre Räume zu übernehmen, um ein Zeichen für Vielfalt und Dialog zu setzen. Neuer Sponsoringpartner der Festspiele sind die Eisenacher Versorgungsbetriebe, die gemeinsam mit dem Kunstverein das Festival unterstützen.
Das Wort „Achava“ steht im Hebräischen übrigens für „Brüderlichkeit“. Das Festival gehört neben dem Yiddish Summer Weimar und den Jüdisch-Israelischen Kulturtagen zu den bedeutsamsten jüdisch geprägten Kulturereignissen in Thüringen.
Quelle: Pressemitteilung vom 19.08.2025
Foto: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 19.08.2025 20:23 von Christian Wolf, Redakteur
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