04.07.2026

AfD-Parteitag in Erfurt: Polizei meldet 31.000 Protestierende und Blockaden auf A71

Rund um den 17. Bundesparteitag der AfD in der Messe Erfurt haben am Samstag, 4. Juli 2026, zehntausende Menschen demonstriert. Nach einer Zwischenbilanz der Landespolizeidirektion Thüringen beteiligten sich in der Spitze knapp 31.000 Personen an Versammlungen und Protestaktionen im Stadtgebiet. Trotz eines umfangreichen Protestgeschehens konnte der Parteitag planmäßig beginnen, die Polizei spricht von überwiegend friedlichen Abläufen.

Seit den frühen Morgenstunden reisten Teilnehmende der Gegenproteste mit mehr als 200 Reisebussen, mit Pkw und per ÖPNV an. Insgesamt wurden 16 Gegenversammlungen registriert. Parallel dazu fanden in der Messe Erfurt die Parteitagsberatungen der AfD statt, die nach Polizeiangaben pünktlich starten konnten.

Ein Schwerpunkt des Tages waren Blockadeaktionen mit insgesamt knapp 10.000 Beteiligten. Betroffen waren vor allem der Bereich Gothaer Platz und Gothaer Straße, die Binderslebener Landstraße sowie die Autobahn A71. Dort blockierten mehrere tausend Demonstrierende an verschiedenen Stellen zeitweise den Verkehr, zudem seilten sich Personen von zwei Autobahnbrücken der A71 ab. Die Autobahn wurde am frühen Nachmittag wieder freigegeben, im Stadtgebiet kam es weiter zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen rund um Gothaer Platz, Binderslebener Landstraße und den westlichen Bereich des Messegeländes.

Im Laufe des Tages registrierte die Polizei 48 Straftaten und elf Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit dem Versammlungsgeschehen. In Frienstedt wird wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs ermittelt, nachdem eine polizeiliche Absperrung durchbrochen und Einsatzkräfte angegriffen werden sollten. Die Polizei stoppte den Versuch. Zudem kam es zu einzelnen Vorfällen, bei denen Medienaktivisten und Medienvertreter leicht verletzt wurden. Auch hier wurden Ermittlungen aufgenommen.

Polizeiführer Thomas Quittenbaum betonte, Ziel des Einsatzes sei es, die unterschiedlichen verfassungsrechtlich geschützten Interessen in Einklang zu bringen. Dies solle mit „Augenmaß, Professionalität und der notwendigen Konsequenz gegenüber Straftaten“ geschehen. Die Landespolizeidirektion hatte sich bereits im Vorfeld auf ein großes Demonstrationsgeschehen eingestellt und bleibt nach eigenen Angaben auch in der Nacht zum Sonntag und am 5. Juli mit starken Kräften im Stadtgebiet präsent.

Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Besuchende in Erfurt bleibt an diesem Wochenende eine Hotline der Stadt unter 0361/655-2424 geschaltet. Medienvertreter können weiterhin eine eigene Hotline der Polizei unter 0361/5743-15028 nutzen, um sich über das Einsatzgeschehen zu informieren, Unterstützung bei Fragen zu erhalten oder Schutzbedarf zu melden.

Für Menschen aus Eisenach und dem Wartburgkreis, die an diesem Wochenende nach Erfurt unterwegs sind oder die A71 nutzen, ist auch nach der Freigabe der Autobahn mit Verzögerungen rund um die genannten Bereiche zu rechnen. Die Polizei weist darauf hin, die Verkehrssituation vor Fahrtantritt zu prüfen und mehr Zeit einzuplanen.

Quelle: Pressemitteilung vom 04.07.2026
Veröffentlicht am von , Redakteur

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