Eisenacher Strömungsretter trainieren im Aquaplex-Freibad für Hochwasser-Einsätze
Zwei ehrenamtliche Wasserretter der DLRG-Ortsgruppe Eisenach haben im Freibad des Aquaplex ein spezielles Training für Einsätze in schnell fließenden Gewässern absolviert. Am Beckenrand und vom 1-Meter-Brett aus probten Marco Hilger und Max Weller unter realitätsnahen Bedingungen den Ernstfall. Ziel der Einheit war es, für Hochwasser- und Strömungseinsätze besser gerüstet zu sein.
Die Ausbildung zum Strömungsretter der DLRG orientiert sich am amerikanischen „Swiftwater Rescue Technician“ und richtet sich an Einsatzkräfte, die in stark strömenden Flüssen, Wildwasser oder Überschwemmungsgebieten arbeiten. Strömungsretter sind immer im Team unterwegs und tragen eine spezielle Schutzausrüstung, die sie vor den besonderen Gefahren in diesen Einsatzgebieten schützen soll.
„Besonders das Schwimmen in voller Ausrüstung, besonders mit Schuhen, erfordert viel Übung und Training“, erklärt Wasserretter Marco Hilger. Die komplette Montur mit Neopren- oder Trockenanzug, Schwimmweste, Helm und Schuhwerk verändert das Schwimmverhalten deutlich und verlangt den Einsatzkräften mehr Kraft und Technik ab als normales Bahnenschwimmen.
Ein Schwerpunkt des Trainings im Freibad war der sogenannte Paketsprung: Dabei springen die Retter mit angezogenen Knien vom 1-Meter-Brett ins Wasser, um kontrolliert und sicher einzutauchen. „Den Paketsprung vom 1-Meter-Brett in kompletter Montur kann man nicht überall üben“, sagt Max Weller. Im Einsatz seilen sich Strömungsretter normalerweise von Brücken oder anderen erhöhten Punkten in schnell fließende Gewässer ab – im Freibad lassen sich die Bewegungsabläufe gefahrlos einstudieren.
Neben Sprüngen und Schwimmstrecken gehörten auch Wurfübungen mit Rettungsleinen zum Programm. Mit Wurfsäcken wird im Ernstfall versucht, Personen in der Strömung zu erreichen und ans Ufer zu ziehen. Je besser die Handgriffe sitzen, desto schneller kann im Notfall reagiert werden.
Die jüngsten Hochwasserereignisse in Deutschland haben gezeigt, wie groß der Bedarf an speziell geschulten Kräften für Einsätze in Flüssen und überfluteten Gebieten ist. Für die beiden Eisenacher Wasserretter bot das Freibad im Aquaplex nach eigenen Angaben ideale Bedingungen, um Abläufe zu festigen und die Ausrüstung unter kontrollierten Bedingungen zu testen. So wollen sie für kommende Einsätze in der Region bestmöglich vorbereitet sein.
Die DLRG-Ortsgruppe Eisenach setzt neben solchen Spezialtrainings weiterhin auf die Ausbildung neuer Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer. Erst zu Jahresbeginn wurden wieder Rettungsschwimmkurse im Aquaplex angeboten, um den Bedarf an qualifizierten Kräften in Hallen- und Freibädern sowie an offenen Gewässern zu decken.
Quelle: Pressemitteilung vom 12.08.2026
Foto: DLRG
Veröffentlicht am 13.08.2026 16:38 von Christian Wolf, Redakteur
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