Gelebte Inklusion: Blue Lions laden zum Rollstuhlhandball-Turnier in Eisenach
Fünf Teams aus ganz Deutschland haben am 13. Juni 2026 in der Werner-Aßmann-Halle ein gemeinsames Rollstuhlhandball-Turnier gespielt. Gastgeber waren die Blue Lions des ThSV Eisenach, die mit ihren Gästen einen sportlichen Tag im Zeichen der Inklusion erlebten. Auf dem Feld standen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam im Rollstuhl, auf den Rängen unterstützten zahlreiche Helferinnen und Helfer den reibungslosen Ablauf.
Die Blue Lions empfingen die Red Ants TuS Eicklingen, Heiner Rollis VSG Darmstadt, die Spielgemeinschaft Brucker Panthern`n Rollis/ Black Hawks sowie die Freibeuter Hamburg. Gespielt wurde im Modus „Jeder gegen Jeden“, jede Partie ging über 2 x 15 Minuten. Am Ende sicherte sich die Spielgemeinschaft Brucker Panthern`n Rollis/ Black Hawks mit 7:1 Punkten den Turniersieg vor den Freibeutern Hamburg (6:2 Punkte). Die Blue Lions belegten mit 5:3 Punkten Rang drei, gefolgt von den Heiner Rollis VSG Darmstadt (2:6) und den Red Ants TuS Eicklingen (0:8).
Für die Eisenacher hatte das Turnier auch eine emotionale Note: Erstmals seit vielen Jahren standen Bernd Fichtner und Uwe Schreiber wieder gemeinsam in einem Team. Beide hatten in den 1990er-Jahren im ThSV-Trikot in der 1. Handball-Bundesliga gespielt und gehörten 1997 zur Aufstiegsmannschaft von Trainer Rainer Osmann mit Kapitän Jürgen „Bongo“ Beck. Fichtner, inzwischen 60 Jahre alt und nach einer MS-Erkrankung auf den Rollstuhl angewiesen, gründete die Blue Lions und führte sie in der Premierensaison der Rollstuhl-Handballbundesliga zur Vizemeisterschaft. Beim Turnier in Eisenach spielte er nun zusammen mit dem 59-jährigen Uwe Schreiber, der im Tor der Blue Lions mit mehreren Paraden überzeugte.
In der Partie der Blue Lions gegen die Heiner Rollis VSG Darmstadt traf Fichtner zum zwischenzeitlichen 9:6, am Ende stand ein knapper 9:8-Erfolg. Insgesamt bestritten die Teams zehn torreiche Spiele. Die Blue Lions punkteten unter anderem mit einem 5:3 gegen die Red Ants TuS Eicklingen und einem 9:9 gegen den späteren Turniersieger aus Bruck, mussten sich aber den Freibeutern Hamburg mit 3:8 geschlagen geben. Die Gäste lobten die Atmosphäre in Eisenach und kündigten an, gern wiederzukommen. Unter den Zuschauern war auch ThSV-Präsident Shpetim Alaj.
Damit setzen die Blue Lions ihre Rolle als Aushängeschild für inklusiven Handball in der Region fort. Das Team ist in der Rollstuhl-Handballbundesliga aktiv und hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach bundesweite Turniere in Eisenach ausgerichtet. Ziel ist es, Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam für den Handballsport zu begeistern und die noch junge Liga weiter zu etablieren.
Getragen wurde das Turnier von vielen Ehrenamtlichen. Die Schiedsrichter Marco Schülken, Christoph Voll, Denis Lintz und Dominic Große leiteten die Begegnungen. Als Zeitnehmer und Sekretärin waren Anja Gedenk und Sabine Schattenberg im Einsatz, am Hallenmikrofon führte Thomas Levknecht durch den Tag. Für die Versorgung der Teams und Zuschauer sorgten Ute Bergmann, Sabrina Häuser, Beate Fichtner, Edeltraud Danegger und Heiko Brandt mit Imbiss und Getränken.
Unterstützung kam auch von regionalen Unternehmen: Die Firma „Hagen Feinkost“ aus Möhra stellte 300 Bratwürste und 120 Frikadellen zur Verfügung, der EDEKA-Markt in Marksuhl steuerte 60 Äpfel, 80 Bananen und mehrere Flaschen Sekt bei. Die FSJler des ThSV, Johann Endtner und Timon Harseim, bedienten die Hallentechnik für Musik und Ansagen, die Hallenmeister der Werner-Aßmann-Halle begleiteten den Ablauf vor Ort.
Mit dem Turnier setzen die Blue Lions ein weiteres Zeichen dafür, dass leistungsorientierter Sport und gelebte Inklusion zusammengehören. Für viele Beteiligte stand neben den Ergebnissen vor allem das gemeinsame Erlebnis im Mittelpunkt – mit der Aussicht auf ein Wiedersehen in Eisenach.
Quelle: Pressemitteilung vom 18.06.2026
Veröffentlicht am 18.06.2026 15:58 von Christian Wolf, Redakteur
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