Neue Mühlgraben-Brücke an der Jakobschule ist frei – Parkplätze werden Spielfläche
Seit Freitag, 3. Juli, ist die neue Mühlgraben-Brücke an der Jakobschule in Eisenach für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende geöffnet. Die Verbindung zwischen Karl-Marx-Straße und Goethestraße ersetzt die alte Holzbrücke, die wegen erheblicher Schäden abgerissen werden musste. Parallel bereitet die Stadt vor der Schule eine grundlegende Veränderung vor: Aus früheren Parkplätzen soll ein Spiel- und Aufenthaltsbereich für Kinder und Jugendliche werden.
Die neue Brücke besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Sie wurde passgenau für den Standort gefertigt, in mehreren Teilen angeliefert, vor Ort montiert und anschließend als komplettes Bauteil eingehoben. Nach dem Einheben folgten der neue Oberflächenbelag und die Anbindung an die angrenzenden Straßen. Das Bauwerk ist zwölf Meter lang, drei Meter breit und kostet rund 248.000 Euro.
Das verwendete Material soll eine hohe Lebensdauer bei geringem Wartungsaufwand ermöglichen. Für den täglichen Schulweg bedeutet die Freigabe der Brücke, dass Kinder, Eltern und Radpendler wieder direkt zwischen Karl-Marx-Straße und Goethestraße queren können, ohne den Umweg über andere Mühlgraben-Querungen nehmen zu müssen.
Vor dem Haupteingang der Jakobschule standen während der Bauarbeiten keine Parkplätze zur Verfügung. Diese Flächen werden auch künftig nicht mehr als allgemeine Stellplätze zurückkehren. Die Stadtverwaltung plant dort einen Spiel- und Freizeitbereich, der sich an den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen orientiert und den bisherigen Autoverkehr verdrängt.
Hintergrund sind unübersichtliche und teils gefährliche Situationen im morgendlichen und nachmittäglichen Bring- und Holverkehr. Parkende, rangierende und wendende Fahrzeuge hatten den Bereich vor der Grundschule immer wieder blockiert. Oberbürgermeister Christoph Ihling betont, dass an dieser Stelle kein regulärer Autoverkehr mehr zugelassen werden soll, um den Platz kindgerecht umzugestalten.
Die neue Fläche soll zugleich einen Ausgleich für den früheren Bolzplatz neben der Goethesporthalle schaffen. Dieser wurde von vielen Kindern und Jugendlichen genutzt, musste jedoch dem Anbau einer neuen Einfeldhalle an die historische Turnhalle in der Goethestraße weichen. Künftig soll der Bereich vor der Schule stärker als Aufenthalts- und Bewegungsraum dienen.
Für die Planung hat die Stadt bereits eine öffentliche Umfrage gestartet und insbesondere die Schülerinnen und Schüler der Jakobschule zur Teilnahme eingeladen. Ihre Ideen und Wünsche sollen in die konkrete Gestaltung einfließen. Ziel ist eine Fläche, die sowohl im Schulalltag als auch außerhalb der Unterrichtszeiten genutzt werden kann.
Bis zur baulichen Umsetzung bleiben vor der Schule ausschließlich die Behinderten-Parkplätze erhalten, die mit gesondertem Ausweis nutzbar sind. Diese Stellplätze werden auf die Ostseite verlegt. Alle anderen Eltern werden auf bestehende Parkmöglichkeiten in der Umgebung verwiesen.
An der Karl-Marx-Straße sind zwei bis drei sogenannte Kiss-and-Ride-Plätze in Fahrtrichtung geplant. Diese Kurzhaltebereiche sollen es Eltern ermöglichen, ihre Kinder kurz und geordnet aussteigen zu lassen oder abzuholen, ohne den Eingangsbereich der Schule zu blockieren. Wer sein Kind bis ins Gebäude begleiten möchte, kann den öffentlichen Parkplatz in der Karl-Marx-Straße sowie umliegende Straßen nutzen; dort beginnen die Parkgebühren jeweils erst ab 8 Uhr.
Zusätzliche Entlastung soll die Werneburgstraße bringen. Entlang der Bahntrasse sind neue Stellflächen vorgesehen, die schräg zur Fahrbahn angeordnet werden sollen. Dadurch können mehr Fahrzeuge als bisher parken. Gleichzeitig plant die Stadt, die Werneburgstraße zur Einbahnstraße umzugestalten: Die Einfahrt soll künftig über die Hospitalstraße erfolgen, die Ausfahrt über die Karl-Marx-Straße.
Die Erreichbarkeit der Jakobschule für Feuerwehr, Rettungsdienste, Anlieferungen und Personal bleibt vorerst unverändert. Perspektivisch soll jedoch eine neue Zufahrt geschaffen werden, damit die künftige Spiel- und Freizeitfläche weitgehend frei von Fahrzeugverkehr bleibt. Gestalterische Elemente wie Pflanzkübel oder Sitzsteine sollen den Bereich zur Karl-Marx-Straße hin abgrenzen.
Für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende bleibt der Bereich weiterhin durchlässig. Durch den Wegfall des motorisierten Verkehrs und die neue Brücke verbessert sich die Situation für alle, die den Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen – und für Familien, die sichere und übersichtlichere Wege rund um die Jakobschule benötigen.
Bereits Anfang Mai hatte die Stadt über den Start der Bauarbeiten an der Mühlgraben-Brücke informiert; mit der Freigabe ist dieses Teilprojekt nun abgeschlossen, während die Umgestaltung der Flächen vor der Schule und die neuen Verkehrsregelungen als nächster Schritt folgen.
Quelle: Pressemitteilung vom 03.07.2026
Fotos: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 03.07.2026 15:21 von Christian Wolf, Redakteur

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