Polizei warnt vor Internetbetrug: Senioren im Wartburgkreis besonders betroffen
Die Polizeiinspektion Gotha weist auf eine Zunahme von Betrugsfällen im Internet hin, bei denen vor allem ältere Menschen im Wartburgkreis ins Visier geraten. Besonders betroffen sind Seniorinnen und Senioren, die über vermeintlich seriöse Online-Anlageplattformen zu hohen Geldüberweisungen verleitet werden. Ein aktueller Fall aus der Region zeigt das Ausmaß: Ein 84-jähriger Mann überwies zwischen Oktober 2025 und März 2026 mehr als 128.000 Euro auf verschiedene, meist ausländische Konten, nachdem ihm hohe Gewinne und geringe Risiken versprochen wurden.
Die Betrüger gehen dabei professionell vor. Über Werbeanzeigen in sozialen Netzwerken und täuschend echt wirkende Internetseiten geben sie sich als Anlageberater aus. Nach der Registrierung auf einer angeblichen Handelsplattform werden die Opfer telefonisch kontaktiert und zu weiteren Überweisungen animiert – oft auch über Konten bei Kryptobörsen. Die auf den Plattformen angezeigten Gewinne existieren in Wirklichkeit nicht. Sobald die Geschädigten ihr Geld zurückfordern, brechen die Täter den Kontakt ab oder fordern weitere Zahlungen, etwa für angebliche Gebühren oder Steuern.
Nach Angaben der Polizei werden ältere Menschen gezielt angesprochen, da sie oft weniger Erfahrung mit digitalen Finanzprodukten haben. Angehörige werden deshalb gebeten, mit älteren Familienmitgliedern über diese Betrugsmasche zu sprechen und bei ungewöhnlichen Investmentangeboten besonders wachsam zu sein. Wer bei Online-Aktivitäten zur Übermittlung von Ausweisdokumenten aufgefordert wird, sollte die Registrierung abbrechen und keine persönlichen Daten weitergeben. Im Verdachtsfall empfiehlt die Polizei, sich direkt an die Beratungsstelle der Landespolizeiinspektion Gotha unter 03621-781504 zu wenden oder die Informationsseite www.polizei-beratung.de zu nutzen.
Der aktuelle Hinweis richtet sich besonders an Familien und ältere Menschen im Wartburgkreis, um das Bewusstsein für digitale Betrugsgefahren zu schärfen und präventive Maßnahmen zu fördern.
Quelle: Pressemitteilung vom 10.03.2026
Foto: LPI Gotha
Veröffentlicht am 10.03.2026 17:14 von Christian Wolf, Redakteur
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