03.10.2025

Präzision und Innovation: Eisenach etabliert sich als europaweites Zentrum für roboter-assistierte Chirurgie

Das St. Georg Klinikum in Eisenach hat sich seit der Einführung roboter-assistierter Chirurgiesysteme im Jahr 2019 zu einem bedeutenden Zentrum für minimal-invasive Eingriffe entwickelt. An dem Thüringer Standort werden derzeit drei da Vinci-Systeme eingesetzt, darunter das moderne Single-Port-System, das besonders in der Viszeralchirurgie europaweit neue Maßstäbe setzt. Die Kombination verschiedener medizinischer Fachrichtungen und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit internationalen Partnern unterstreichen die schnell wachsende Bedeutung des Klinikums über die Landesgrenzen hinaus.

Das da Vinci SP-System ermöglicht es dem Ärzteteam, operative Eingriffe mit nur einem einzigen Zugang durchzuführen. Während diese Technologie in den Vereinigten Staaten bereits häufiger in der Urologie zum Einsatz kommt, gilt ihr Einsatz in der europäischen Viszeralchirurgie derzeit als außergewöhnlich. In Eisenach wurden mit dem System erstmals in Europa komplexe Operationen wie rechtsseitige Hemikolektomien, Magenteilentfernungen und Pankreaslinksresektionen durchgeführt.

Unter der Leitung von Chefarzt Dr. Dr. Mille hat sich das Zentrum in kurzer Zeit auf den Bereich der Darmchirurgie spezialisiert. Nach Angaben des St. Georg Klinikums können so Operationen wie die Entfernung von Dickdarmteilen minimal-invasiv und über kleine Hautschnitte durchgeführt werden, was nicht nur die Erholung der Patienten beschleunigt, sondern auch kosmetische Vorteile bringt. Der Einsatz neuer Technologien habe den Klinikalltag nachhaltig verändert und wird inzwischen als fester Bestandteil der Versorgung angewendet.

Dr. Dr. Mille unterstützt als Proctor für Intuitive Surgical europaweit Kolleginnen und Kollegen beim Erwerb neuer roboter-assistierter Operationstechniken. Seit Anfang 2025 ist er erster europäischer Proctor speziell für Eingriffe am Dickdarm mit dem da Vinci SP-System. In dieser Funktion berät und begleitet er Chirurgen in mehreren europäischen Ländern, sowohl vor Ort in Kliniken als auch über digitale Formate wie Live-Übertragungen von Operationen. Diese Veranstaltungsform, darunter virtuelle Beobachtungen aus Barcelona, London und Dubai sowie die Teilnahme an internationalen Fachkongressen, unterstreiche laut Klinikum die europaweite Nachfrage nach der Expertise aus Eisenach.

Internationale Kollegen, darunter Fachärzte aus namhaften europäischen Kliniken und Forschungsinstituten, reisen regelmäßig nach Eisenach, um das Vorgehen in der roboter-assistierten Chirurgie zu studieren. Mit dieser Entwicklung bietet das St. Georg Klinikum nach eigenen Angaben Patientinnen und Patienten innovative Behandlungsmöglichkeiten, insbesondere bei komplexen Krebserkrankungen des Darms. Das Krankenhaus verweist hierbei auf signifikant verkürzte Krankenhausaufenthalte nach Operationen im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt.

Die Verantwortlichen in Eisenach sehen ihr Erfolgsmodell in einer festen interdisziplinären Zusammenarbeit und nachhaltigen Weiterentwicklung. Laut Chefarzt Mille ist es ein erklärtes Ziel, moderne Medizintechnologien nicht nur in Hochschulkliniken, sondern auch an regionalen Standorten verfügbar zu machen und so die Versorgung in der Region und darüber hinaus zu stärken.

Quelle: Pressemitteilung vom 02.10.2025
Foto: St. Georg Klinikum Eisenach
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