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Schmales Haus in Eisenach öffnet seine Türen – und ist jetzt auch digital erlebbar

Das legendäre Schmale Haus am Johannisplatz 9 in Eisenach zählt mit lediglich 2,05 Metern Breite und 8,50 Metern Höhe zu den ungewöhnlichsten Baudenkmälern Thüringens. Das Fachwerkhaus, lokal auch als „Handtuch“ bekannt, blickt auf rund 250 Jahre Geschichte zurück und ist inzwischen durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie die Denkmalstiftung Eisenach für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Besucherinnen und Besucher erhalten so erstmals die Möglichkeit, das kleine Haus direkt vor Ort oder digital auf denkmalschutz.de zu entdecken.

Das Schmale Haus entstand Mitte des 18. Jahrhunderts und verdankt sein Überleben gegen Abrisspläne aus dem Jahr 1880 dem damaligen Besitzer Wilhelm Köhler. Während der Stadtrat die Reihe zugunsten größerer Gebäude entfernen wollte, setzte er sich erfolgreich für den Erhalt seines Zuhauses ein. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Jugendstilfassade ergänzt, und ab 1940 diente das Erdgeschoss als Gemüseladen. Die markante Bezeichnung „Handtuch“ tauchte erstmals 1941 in einer offiziellen Mitteilung auf.

Eine weitere Rettung erlebte das einzigartige Haus in den 1970er Jahren, als Klaus Trippstein als Eigentümer zahlreiche Sanierungen in Eigenregie übernahm. Zeitzeugen erinnern sich an gesellige Abende und politische Diskussionen in den beengten Räumen, die damals auch von den staatlichen Behörden beobachtet wurden. Die heutige Einrichtung bleibt weitgehend original, Schmuckstücke wie Skulpturen und Uhren zeugen vom Leben und Arbeiten der einstigen Bewohner und geben einen Einblick in das Alltagsleben vergangener Jahrzehnte.

Aktuell bedroht ein Wasserschaden, entstanden durch eine defekte Dachentwässerung, die Substanz des kleinen Fachwerkgebäudes. Um die nötigen Reparaturen zu ermöglichen, bittet die Stiftung um Spenden zur Unterstützung der Erhaltungsmaßnahmen. Vorgesehen ist unter anderem, den Wasserabfluss von innen nach außen zu verlegen, um künftige Schäden zu verhindern.

Das Schmale Haus bleibt trotz seiner geringen Grundfläche von 18 Quadratmetern ein lebendiges Zeugnis lokaler Baugeschichte und bürgerschaftlichen Engagements für den Denkmalschutz. Mit seiner neuen digitalen Präsentation erweitert es sein Publikum und macht Geschichte auch online erlebbar.


Foto: NoRud CC-BY-SA 4.0
Veröffentlicht am von , Redakteur
Aktualisiert: 06.09.2025 06:39

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