Tag der Deutschen Einheit: Eisenach setzt Partnerschaftszeichen in Marburg
Zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2026 war eine Delegation aus Eisenach in der Partnerstadt Marburg zu Gast. Angeführt wurde die Gruppe von Oberbürgermeister Christoph Ihling, begleitet von Bürgermeister Steffen Liebendörfer und der ehrenamtlichen Beigeordneten Heike Apel-Spengler, die für die Städtepartnerschaften zuständig ist. Mitgereist waren zudem Stadträte, Mitglieder des Jugend-, Ausländer- und Seniorenbeirats sowie Vertreter des Vereins Eisenacher Städtepartnerschaften, des Eine-Welt-Vereins und weitere Ehrenamtliche.
Für den Auftakt der Feierlichkeiten sorgte der Fanfarenzug der Wartburgstadt. Die Musikerinnen und Musiker spielten zunächst auf dem Dach der Stadthalle und traten anschließend bei Platzkonzerten vor zahlreichen Besucherinnen und Besuchern auf. In Marburg wird der 3. Oktober zugleich als Tag der kulturellen Vielfalt begangen, verbunden mit einem Straßenfest rund um die Biegenstraße. Dort präsentierte sich die Eisenach-Wartburgregion Touristik GmbH mit einem Stand, dessen Angebote auf reges Interesse stießen.
Bereits vor dem offiziellen Start des Straßenfestes setzten die beiden Oberbürgermeister ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit. Christoph Ihling und Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies beteiligten sich an einer gemeinsamen Baumpflanzaktion an der Großseelsheimer Straße. Auf einem kleinen Platz entsteht dort das Einheitsdenkmal „Drei Bäume für Deutschlands Einheit“: Eine Kiefer steht für den Osten, eine Hopfenbuche für den Westen, eine Eiche für die Einheit.
Die traditionelle Feierstunde zum 3. Oktober mit den Gästen aus Eisenach fand im Erwin-Piscator-Haus statt. In seiner Festrede erinnerte Christoph Ihling an die besondere Geschichte der Städtepartnerschaft zwischen Eisenach und Marburg, die 1988 – noch vor dem Mauerfall – geschlossen wurde. Er bezeichnete die Partnerschaft als „ein Stück gelebter Geschichte“ und würdigte Menschen, die schon damals daran glaubten, dass die Teilung Deutschlands nicht dauerhaft bleiben würde.
Ein Schwerpunkt der Rede lag auf der gemeinsamen Verbindung beider Städte zur Heiligen Elisabeth. Ihling verwies zudem auf die intensivierte Zusammenarbeit mit der ungarischen Heimat Elisabeths und sprach von neuen Brücken in Europa – zwischen Ost und West sowie zwischen Tradition und Zukunft. Marburg und Eisenach hätten erfahren, wie wichtig solche Brücken seien, deshalb gelte es weiter, Menschen die Hand zu reichen, Dialog zu ermöglichen und Verbindungen zu stärken.
Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies betonte in seinem Beitrag, dass auch 36 Jahre nach der deutschen Einheit noch Aufgaben beim Zusammenwachsen von Ost und West bestehen. Nicht alle Verletzungen der Nachwendejahre seien verschwunden, zugleich sei es wichtig, wahrzunehmen, wie viel bereits erreicht wurde. Die Geschichte der Einheit beschrieb er als Geschichte der Hoffnung, nicht des Scheiterns.
Neben den Feierlichkeiten spielte der fachliche Austausch eine zentrale Rolle des Besuchs. Im Marburger Rathaus fand das Symposium „Soziales Miteinander in Krisenzeiten“ statt. Oberbürgermeister Christoph Ihling und Eisenachs Koordinator für Integration, Tarek Sabsaby, brachten sich dort in Diskussionsrunden ein.
Die beiden Partnerstädte richten den Tag der Deutschen Einheit im jährlichen Wechsel als gemeinsame Feier aus. Nach dem Besuch der Eisenacher Delegation in Marburg wird im kommenden Jahr wieder die Wartburgstadt Gastgeberin sein.
Quelle: Pressemitteilung vom 05.10.2026
Fotos: Stadtverwaltung Eisenach
Veröffentlicht am 05.10.2026 20:10 von Christian Wolf, Redakteur


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