Für wen das Verwaltungsinformatik-Studium geeignet ist
Das Bachelorstudium Verwaltungsinformatik / E-Government richtet sich an alle, die an der Schnittstelle von Informationstechnologie und öffentlicher Verwaltung arbeiten möchten. Besonders geeignet bist du, wenn du Abläufe in Behörden, Verwaltungen oder verwandten Organisationen mitgestalten und digitalisieren willst. Der Studiengang ist ideal für Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit Interesse an Informatik und Recht, aber auch für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die in IT-orientierten Verwaltungsberufen oder bei kommunalen, staatlichen und wirtschaftsnahen Institutionen tätig werden möchten.
Formale Voraussetzungen für deine Bewerbung
Für die Zulassung zum Bachelor Verwaltungsinformatik / E-Government musst du eine der folgenden Hochschulzugangsberechtigungen erfüllen:
- Allgemeine Hochschulreife (Abitur)
- Fachgebundene Hochschulreife (Fachabitur)
Die Bewerbung ist jeweils zum Wintersemester möglich. Die Bewerbungsfrist reicht in der Regel vom 1. April bis 15. Juli. Eine mögliche Verlängerung des Bewerbungszeitraums wird durch die Hochschule bekannt gegeben.
Neben den schulischen Voraussetzungen werden keine spezifischen IT-Vorkenntnisse verlangt, aber dein Interesse an verwaltungsbezogenen, rechtlichen und informationstechnischen Fragestellungen ist ausdrücklich gewünscht.
Für ein Studium im Praxis+ Modell musst du zusätzlich einen Kooperationspartner aus Verwaltung oder Wirtschaft nachweisen oder einen Praxisplatz im Studienverlauf finden. Die Studiendauer beträgt 6 Semester und schließt mit dem Bachelor of Science ab.
Persönlich solltest du analytisches Denken, Teamfähigkeit und Lernbereitschaft mitbringen. Ein Faible für komplexe Abläufe, Organisationstalent und die Bereitschaft, rechtliche und technische Aspekte zu verbinden, sind hilfreich. Du solltest Freude daran haben, neue IT-Lösungen zu entwickeln, Verwaltungsprozesse kritisch zu hinterfragen und Projekte im Team umzusetzen.
Welche Inhalte vermittelt das Studium Verwaltungsinformatik / E-Government?
Im Bachelor Verwaltungsinformatik / E-Government (B.Sc.) erwirbst du wissenschaftlich fundiertes Wissen an der Schnittstelle von Verwaltung, Informatik und Recht. Der Studiengang bietet ein interdisziplinäres Curriculum mit Fokus auf Digitalisierung öffentlicher Verwaltungen. Folgende Kompetenzen und Kenntnisse werden vermittelt:
- Grundlagen der Mathematik für Informatik, insbesondere Lineare Algebra und Analysis
- Basiswissen Verwaltungsinformatik, Organisation und Prozessmanagement
- Programmierung – von den Grundlagen bis zu fortgeschrittener Entwicklung
- Verwaltungsbetriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen und Controlling im öffentlichen Sektor
- Grundlagen und Vertiefung in öffentlichem Recht sowie Wirtschaftsprivatrecht
- Rechnernetze, Datenbanksysteme und Datenbankprogrammierung (PL/SQL)
- Themen wie Software Engineering, Betriebssysteme und Web-Technologie
- IT-Sicherheit und Datenschutz, auch aus rechtlicher Perspektive
- Projektmanagement und spezifische Themen des E-Governments
Im Wahlpflichtbereich kannst du dein Profil unter anderem mit den Schwerpunkten Blockchain-Anwendungen, Machine Learning, IT-Governance oder Datenschutzrecht individuell vertiefen. Durch diese fachliche Breite wirst du in die Lage versetzt, Verwaltungsprozesse zu analysieren, IT-Lösungen zu modellieren und diese rechtssicher zu implementieren.
Wie ist der Ablauf des Studiums Verwaltungsinformatik / E-Government strukturiert?
Der Studiengang dauert sechs Semester und ist als praxisintegrierendes Vollzeitstudium ausgestaltet. Besonders kennzeichnend ist die enge Verzahnung von Theorie und Praxis:
- Die ersten beiden Semester bestehen überwiegend aus Pflichtmodulen zur Grundlagenausbildung (60 ECTS).
- Im dritten bis fünften Semester vertiefst du dein Wissen durch Pflichtmodule, ergänzt um praxisbegleitende Übungen und Fallstudien (insgesamt 120 ECTS über vier Semester inklusive 20 ECTS aus Praxis- oder Auslandsphasen).
- Im fünften Semester findet das Hauptpraktikum in einem IT-Tätigkeitsfeld statt. Hier sammelst du umfangreiche Erfahrungen direkt in Behörden, kommunalen Einrichtungen oder bei externen Kooperationspartnern.
- Das sechste Semester ist flexibel und enthält Wahlpflichtmodule, die du entsprechend deiner Karriereziele auswählst. Die Bachelorarbeit (inklusive Kolloquium, 10 ECTS) schließt das Studium ab.
Das Studium setzt auf unterschiedliche Lehrformate: Übungen zu realen IT-Anwendungssystemen, Projektaufgaben, Exkursionen und Praxisvorträge. Du lernst Arbeitsbereiche wie Organisation, Personal, Rechtsamt, Haushalt und speziell die IT-Abteilungen der Verwaltung kennen.
Welche beruflichen Perspektiven hast du nach dem Abschluss?
Mit dem Bachelorabschluss Verwaltungsinformatik / E-Government bist du für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung qualifiziert und gemäß Thüringer Laufbahnrecht direkt zum gehobenen IT-technischen Dienst zugelassen – ein Vorbereitungsdienst entfällt. Typische Berufsfelder sind:
- CIO und IT-Architekten in Verwaltungen
- System- und Anwendungsentwickler, Netzwerk- und Web-Administratoren
- IT-Sicherheitsbeauftragte, Datenschutzbeauftragte
- IT-Projektleiter, IT-Koordinatoren und IT-Controller
- Fachadministratoren und Verantwortliche in Haushalts-, Personal- oder Vergabestellen
- Positionen in kommunalen und staatlichen Unternehmen (z. B. Stadtwerke, Kultureinrichtungen), öffentlich-rechtlichen Körperschaften (Kammern, Krankenhäuser, Schulverwaltungen)
Du bist sowohl in klassischen IT-Berufen als auch in gemischten Funktionen an der Schnittstelle zwischen Informationstechnik und Verwaltung gefragt. Auch Beratungsunternehmen mit Schwerpunkt Public Sector und Softwarehäuser zählen zu potenziellen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern.
Mit welchen Kosten musst du für das Studium Verwaltungsinformatik / E-Government rechnen?
Die Hochschule Schmalkalden ist eine staatliche Hochschule. Für das Studium Verwaltungsinformatik / E-Government fallen keine Studiengebühren an. Pro Semester ist jedoch ein Semesterbeitrag zu zahlen, der aktuell bei ca. 314 Euro liegt. Darin enthalten sind Verwaltungsgebühren, Beiträge zum Studierendenwerk und das Semesterticket.
- Keine Studiengebühren (nur Semesterbeitrag je Semester)
- Finanzierungsmöglichkeiten: Anspruch auf BAföG, Möglichkeit von Stipendien, Nebenjobs oder Unterstützung durch einen Praxispartner im dualen oder praxisintegrierten Studienmodell
- Steuerliche Absetzbarkeit: Lernmaterialien und Semesterbeitrag können in der Regel steuerlich geltend gemacht werden
Im Rahmen eines dualen oder praxisintegrierten Studienmodells besteht oft eine finanzielle Unterstützung durch das Partnerunternehmen. Bei Aufnahme eines klassischen Studiums ist BAföG die gebräuchlichste Fördermöglichkeit für Studierende an staatlichen Hochschulen.
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