Für wen eignet sich der Master Baubetrieb und Digitales Planen/Bauen?
Der Masterstudiengang Baubetrieb und Digitales Planen/Bauen richtet sich an Bauingenieurinnen und Bauingenieure, die bereits einen wissenschaftlichen Hochschulabschluss im Bauingenieurwesen vorweisen können und sich gezielt im digitalen Planen, modernen Baumanagement sowie in der Leitung komplexer Bauprojekte qualifizieren möchten. Die Studienrichtung spricht Fachkräfte an, die auf Projektsteuerung, BIM (Building Information Modeling) und Führungsaufgaben im Bauwesen Wert legen – etwa als Projektleitungen, Bauleiter oder Verantwortliche für digitale Transformation im Bauunternehmen.
Welche formalen Voraussetzungen musst du erfüllen?
Für die Zulassung zum Master Baubetrieb und Digitales Planen/Bauen an der Hochschule Erfurt gelten diese formalen Anforderungen:
- Erster Hochschulabschluss (z. B. Bachelor) in Bauingenieurwesen mit mindestens 210 ECTS-Kreditpunkten und einem Gesamtnotendurchschnitt von mindestens „gut“ (2,0–2,49 gemäß Notensystem).
- Alternativ: Abschluss der Bachelor-Studienrichtung Baubetrieb und Digitales Planen/Bauen an der Fachhochschule Erfurt mit mindestens der Note „befriedigend“ (Bachelorprüfung) und „gut“ (Vertiefungsprüfung).
- Bei einem 6-semestrigen Bachelorstudium (180 ECTS) kann eine Zulassung unter Auflagen erfolgen. Fehlende Inhalte zum Erreichen von 210 ECTS müssen vor der Anmeldung zur Masterarbeit nachgeholt werden; diese werden individuell vom Prüfungsausschuss festgelegt.
- Bewerbungszeitraum: jährlich vom 1. Februar bis 15. März; Studienbeginn ist das Sommersemester.
Zu den persönlichen Voraussetzungen zählen vertiefte Kenntnisse im Bauingenieurwesen, die Fähigkeit zum Arbeiten mit digitalen Methoden wie BIM, selbstständiges wissenschaftliches Arbeiten und das Interesse, Leitungsaufgaben in Bauprojekten zu übernehmen. Hilfreich sind zudem Organisationsgeschick, kommunikative Kompetenzen, Erfahrung in Projektmanagement und eine hohe Motivation für Innovation und nachhaltiges Bauen. Führungsambition sowie die Bereitschaft zum interdisziplinären Arbeiten sind vorteilhaft.
Welche Fachkompetenzen vermittelt der Master „Baubetrieb und Digitales Planen/Bauen“?
Im Masterstudiengang Baubetrieb und Digitales Planen/Bauen erlangst du vertiefte Kenntnisse in der digitalen Planung und im Management komplexer Bauprojekte. Die Inhalte konzentrieren sich auf die Optimierung baubetrieblicher Abläufe, baubetriebswirtschaftliche Verfahren und innovative Methoden des digitalen Planens und Bauens, insbesondere unter Einsatz von Building Information Modeling (BIM). Du beschäftigst dich mit der Analyse und Steuerung von Bauprozessen, Geotechnik, Bauverfahrenstechnik, Geoinformationstechnologie und der digitalen Prozessmodellierung. Zusätzlich erwirbst du Kompetenzen im Projektmanagement und in der Kommunikationstechnik, um Leitungsaufgaben im Bauwesen fachlich und sozial sicher auszufüllen.
- Digitale Bauprozesse (BIM, Prozessmodellierung)
- Projektmanagement und baubetriebliche Organisation
- Baubetriebswirtschaft und ökonomische Planung
- Geotechnik und Bauverfahrenstechnik (vertiefend)
- Anwendung moderner Informationstechnologien im Bauwesen
- Kommunikations- und Führungskompetenzen
- Bearbeitung und Leitung interdisziplinärer Projekte
- Individuell wählbare Schwerpunkte über Wahlpflichtmodule (z. B. Energieeffizienz, Brückenbau, Korrosionsschutz, Nachhaltigkeit)
Wie ist der Ablauf und die Struktur des Masterstudiums gestaltet?
Das Studium ist als dreisemestriger Vollzeit-Master mit jährlichem Start zum Sommersemester angelegt. Pro Semester werden 30 ECTS-Punkte erbracht, wobei jedes Modul ein Semester umfasst. Du belegst pro Semester mehrere Pflichtmodule und ergänzt diese um ein Wahlpflichtmodul nach individuellem Interesse. Über alle Semester verteilt bearbeitest du eine Projektarbeit, deren Thema praxisnah in Kooperation mit Unternehmen oder aus Forschungsvorhaben stammt. Im letzten Semester stehen die Vertiefung von Soft Skills und die Anfertigung der Masterarbeit im Fokus. Die Masterarbeit ist in 14 Wochen zu erstellen.
- 1. Semester: Geotechnik III, Geoinformationstechnologie, Bauverfahrenstechnik I, BIM I, Digitale Prozessmodellierung, Wahlpflichtmodul
- 2. Semester: Digitales Planen und Bauen, Projektmanagement, Bauverfahrenstechnik II, Baubetriebswirtschaft, BIM II, Wahlpflichtmodul
- 3. Semester: Kommunikationstechnik, Masterarbeit
- Begleitend: Praxisprojekt mit wählbarem Schwerpunkt
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnen sich nach dem Abschluss?
Mit dem Abschluss als Master of Engineering (M.Eng.) qualifizierst du dich für Führungspositionen im Ingenieur- und Bauwesen. Absolventinnen und Absolventen übernehmen häufig Leitungsverantwortung in Bauunternehmen, Ingenieurbüros oder im öffentlichen Dienst. Typische Tätigkeitsfelder sind das digitale Projektmanagement, die Steuerung komplexer Bauvorhaben, das Baumanagement und die Implementierung digitaler Methoden wie BIM. Der Abschluss befähigt zudem zur Promotion und ermöglicht den Zugang zum höheren öffentlichen Dienst. Durch die Vertiefung in digitalen Bauprozessen und Managementfunktionen sind die Karrierechancen auf dem Arbeitsmarkt und bei innovativen Arbeitgebern besonders gut.
- Führungskraft im Baubetrieb (z. B. Projektleitung, Bauleitung)
- Spezialist für Building Information Modeling (BIM)
- Consultant für digitales Planen und Bauen
- Positionen im öffentlichen Bauwesen und in Behörden
- Startpunkt für eine akademische Laufbahn durch Promotionsbefähigung
- Weiterentwicklung zum Sachverständigen/zur Sachverständigen oder Gutachterin/Gutachter
Mit welchen Kosten und Fördermöglichkeiten musst du rechnen?
Für den Masterstudiengang Baubetrieb und Digitales Planen/Bauen an der Fachhochschule Erfurt werden keine Studiengebühren erhoben. Es fallen lediglich die semesterbezogenen Grundbeiträge an, wie sie für öffentliche Hochschulen üblich sind. Weitere Kosten entstehen für Fachliteratur, Materialien und gegebenenfalls für Exkursionen im Rahmen von Wahlpflichtmodulen. Die Finanzierung kann ggf. über BAföG, Stipendien, das Deutschlandstipendium, Bildungskredite oder steuerliche Absetzbarkeit als Weiterbildungskosten erfolgen. Zusätzlich bieten manche Arbeitgeber finanzielle Unterstützung für berufsbezogene Weiterbildungen an.
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